Korruptionsvorwürfe: Ex-Fußballfunktionär Rubiales vorübergehend festgenommen

Der umstrittene ehemalige spanische Fußballfunktionär Luis Rubiales ist am Mittwoch im Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen vorübergehend von der spanischen Polizei festgenommen worden. (Thomas Coex)
Der umstrittene ehemalige spanische Fußballfunktionär Luis Rubiales ist am Mittwoch im Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen vorübergehend von der spanischen Polizei festgenommen worden. (Thomas Coex)

Der umstrittene ehemalige spanische Fußballfunktionär Luis Rubiales ist am Mittwoch im Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen vorübergehend festgenommen worden. Der 46-Jährige wurde unmittelbar nach seiner Rückkehr von einem Aufenthalt in der Dominikanischen Republik am Flughafen Madrid-Barajas aufgegriffen, wie ein Sprecher der spanischen Polizei mitteilte. Aus Ermittlungskreisen hieß es, Rubiales sei begleitet von Polizisten aus dem Flugzeug ausgestiegen, bevor er im Flughafengebäude verhört worden sei.

Die Festnahme steht nicht in Zusammenhang mit dem Kuss-Skandal nach dem WM-Sieg der spanischen Frauen-Fußball-Nationalmannschaft im vergangenen Jahr, als Rubiales während der Siegerehrung die Spielerin Jenni Hermoso auf den Mund geküsst hatte.

Der frühere Präsident des spanischen Fußballverbands RFEF steht im Verdacht, bei der Verlegung des spanischen Superpokals nach Saudi-Arabien illegale Provisionen eingestrichen zu haben. Rubiales werden unter anderem Geldwäsche und Korruption vorgeworfen, was der 46-Jährige zurückweist. Der Super Cup hatte 2020 erstmals in dem ölreichen Golfstaat stattgefunden.

Bereits vor zwei Wochen hatten Ermittler unter anderem das Hauptquartier des Verbands sowie das Haus von Rubiales im südspanischen Granada durchsucht. Laut dem Radiosender Cadena Ser flogen Polizisten der Guardia Civil zudem in die Dominikanische Republik, um dort ebenfalls Wohnräume von Rubiales zu durchsuchen.

In Auszügen aus einem Interview mit dem Sender La Sexta, das am Mittwochabend ausgestrahlt werden sollte, bestätigt Rubiales die Durchsuchungen in der Karibik. Er bestritt, jemals "Schmiergeld" angenommen zu haben. Sein Geld sei "die Frucht seiner Arbeit und seiner Ersparnisse".

Der ehemalige Fußballfunktionär hielt sich beruflich in der Dominikanischen Republik auf. Ursprünglich war seine Rückkehr für den 6. April vorgesehen. Rubiales verlegte diese jedoch vor, um sich in dem aktuellen Verfahren verteidigen zu können.

In der Folge des Kuss-Skandals war Rubiales im vergangenen Jahr von seinem Posten als Verbandspräsident zurückgetreten, zudem wurde er vom Weltverband Fifa für drei Jahre gesperrt. Die Justiz ermittelt wegen eines "sexuellen Übergriffs" und "Nötigung"; die Staatsanwaltschaft forderte zweieinhalb Jahre Haft.

lt/bfi