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Kosovos Regierungschef Kurti: Serbischer Dinar "nicht verboten"

Im Zuge anhaltender Spannungen mit Serbien wegen der Abschaffung der serbischen Währung Dinar hat Kosovos Regierungschef Albin Kurti sich kompromissbereit gezeigt. Der serbische Dinar sei im Kosovo nicht offiziell "verboten", sagte Kurti. Doch einziges Zahlungsmittel sei der Euro. (Armend NIMANI)
Im Zuge anhaltender Spannungen mit Serbien wegen der Abschaffung der serbischen Währung Dinar hat Kosovos Regierungschef Albin Kurti sich kompromissbereit gezeigt. Der serbische Dinar sei im Kosovo nicht offiziell "verboten", sagte Kurti. Doch einziges Zahlungsmittel sei der Euro. (Armend NIMANI)

Im Zuge anhaltender Spannungen mit Serbien wegen der Abschaffung der serbischen Währung Dinar hat Kosovos Regierungschef Albin Kurti sich kompromissbereit gezeigt. Der serbische Dinar sei im Kosovo nicht offiziell "verboten", sagte Kurti am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) mahnte bei einem Besuch in Serbien, dass eine Maßnahme wie die Währungsumstellung "keinen Schaden" verursachen dürfe.

Kurti versicherte, "die Menschen können serbische Dinar haben." Doch statt des Dinars sei ab jetzt der Euro "das einzige Zahlungsmittel".

Belgrad warf Pristina am Mittwoch vor, an einem Grenzübergang eine Lieferung serbischer Dinar blockiert zu haben und prangerte die Maßnahme als "diskriminierend" an. In einer Erklärung der serbischen Nationalbank hieß es, dass ein Fahrzeug mit Geld für Löhne und Renten serbischer Einwohner im Nordkosovo von den Zollbehörden an der Einreise gehindert worden sei.

Serbiens Präsident Aleksandar Vucic betonte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesverteidigungsminister Pistorius in Belgrad, Serbien sehe die "Abschaffung des Dinars als vollkommen unrechtmäßig" an. Das Geld werde "so oder so" weiter geliefert, kündigte Vucic an. Serbiens Außenminister Ivica Dacic erklärte, Vucic werde den serbischen Standpunkt bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats zum Kosovo am Donnerstag darlegen.

Seit vergangener Woche Donnerstag ist die Bezahlung mit dem serbischen Dinar in der Republik Kosovo offiziell verboten. Unter internationalem Druck verzichtete die Regierung der ehemaligen südserbischen Provinz zunächst darauf, Strafmaßnahmen anzuwenden. Ministerpräsident Kurti betonte zudem, es gebe eine einmonatige Übergangsfrist für die Umstellung.

Das Kosovo hatte den Euro im Jahr 2002 einseitig als Währung eingeführt, obwohl es nicht Mitglied der Eurozone oder der Europäischen Union ist. Die rund 120.000 Kosovo-Serben hielten auch nach dem Ende des Kosovo-Kriegs 1999 am serbischen Dinar fest. Viele von ihnen arbeiten für serbische Institutionen.

Die kosovarischen Behörden hatten die neue Regelung als Mittel im Kampf gegen Korruption, Geldwäsche und Falschgeld präsentiert. Belgrad sprach hingegen von einer Provokation Pristinas. Auch westliche Regierungen forderten aus Angst vor weiteren Spannungen zwischen Belgrad und Pristina, die Umsetzung des Verbots vorerst auszusetzen.

Verteidigungsminister Pistorius forderte bei seinem Besuch in Belgrad "alle Beteiligten" dazu auf, zu "Verhandlungen", "Deeskalation" und "Dialog" zurückzukehren. Pistorius bereist seit zwei Tagen die Region. Bei seinem Besuch im Kosovo habe er deutlich gemacht, dass "jede Maßnahme" so zu treffen sei, "dass sie keinen Schaden verursacht und dass sie mit Übergangsfristen versehen ist", sagte der Minister mit Verweis auf die "Währungsfrage".

Das 1,8-Millionen-Einwohner-Land Kosovo mit seiner mehrheitlich albanischen Bevölkerung hatte im Jahr 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien erklärt. Belgrad erkennt die Unabhängigkeit jedoch nicht an und betrachtet das Kosovo weiterhin als seine Provinz. Sowohl Serbien als auch das Kosovo gehören zu einer Gruppe von insgesamt sechs Ländern auf dem Westbalkan, die einen EU-Beitritt anstreben. Die EU verlangt von beiden Seiten, ein Abkommen zur Normalisierung der Beziehungen zu schließen.

ma/ck