Kräftemessen ab dem 5.12.: Gewerkschaften und Gelbwesten gegen Macron

Schon in den vergangenen Monaten hatte es Demonstrationen gegen Emmanuel Macron und die geplante Rentenreform gegeben. Durch den nationalen Streiktag und vielen Organisationen, die zur Teilnahme aufrufen, sehen sich die Gegner des Präsidenten im Aufwind.

Der Politikexperte Benjamin Morel meint: "Es geht um eine strategische Blockade-Situation: auf der einen Seite sind die Berufe am stärksten mobilisiert, die tatsächlich das Land lahmlegen können - wie die Bahnangestellten, die der öffentlichen Verkehrsmittel RATP -  auf der anderen Seite scheint die öffentliche Meinung im Moment hinter Macron zu stehen. Aber wenn der Streik mehrere Wochen dauert und das Land blockiert, dann wird es ein schwieriger Kampf für die Regierung - auch in der öffentlichen Meinung."

Die letzten großen Streiks, die Frankreich tagelang lahmgelegt haben, gab es 1995. Auch damals ging es um die Rentenreform. Der 5. Dezember wurde auch in Erinnerung an diese Proteste gewählt.

"Macrons Wähler sind stark und weiterhin engagiert, aber zugleich auch vielschichtig, sie können leicht abspenstig werden. Wenn sich etwa zehn Prozent der Macron-Wähler von ihrem Kandidaten abwenden, könnte es bei kommenden Wahlen schwierig für ihn werden."

Die Frage bleibt auch, inwieweit es Gemeinsamkeiten zwischen den Streikenden und der Protestbewegung der Gelbwesten gibt und wie Gewerkschaften und Gelbwesten während der kommenden Proteste ihre Aktionen koordinieren. Die Gelbwesten haben auch am kommenden Samstag wieder Demonstrationen geplant, die während der Vorweihnachtszeit Paris und andere Städte blockieren könnten. Zuletzt hatten die Gelbwesten an Zulauf verloren .