Kramp-Karrenbauer verspricht der Bundeswehr schnelle Einarbeitung in Ministeramt

Kramp-Karrenbauer (r.) und ihre Vorgängerin von der Leyen

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) will sich rasch mit ihrer neuen Aufgabe vertraut machen. In ihrem ersten Tagesbefehl versprach Kramp-Karrenbauer den Soldaten am Donnerstag: "Ich werde mich jetzt intensiv in das Amt einarbeiten." Sie fügte hinzu: "Dafür bitte ich Sie um Ihre Unterstützung, Ihre Expertise und Ihren Einsatz." Sie werde Gespräche im Ministerium führen und die Soldaten im Grundbetrieb, bei Übungen und im Auslandseinsatz besuchen.

Die CDU-Chefin hatte das Ministeramt am Mittwoch von Ursula von der Leyen übernommen. Die Opposition äußerte Zweifel an Kramp-Karrenbauers Kompetenz und warf ihr vor, sich durch den Eintritt ins Kabinett vor allem als künftige Kanzlerin in Position bringen zu wollen.

Kramp-Karrenbauer bestritt, das Amt nur aus Machtkalkül übernommen zu haben. "Es geht nicht darum, wie ich mich persönlich profiliere", sagte sie am Mittwochabend in den ARD-"Tagesthemen". Dass sie bis vor kurzem noch einen Einritt ins Kabinett ablehnte, sehe sie nicht als Makel. In der Politik gehe es darum, "dass man Situationen immer wieder neu bewerten muss".

Als Verteidigungsministerin wolle sie die "Stimme der Soldatinnen und Soldaten" sein, sagte sie in der ARD. Ihren Eintritt ins Kabinett sehe sie als "natürlichen Schritt", da ihr die Themen Sicherheit und Verteidigung "sehr am Herzen" lägen. Im ZDF verwies sie auf ihre frühere Arbeit als saarländische Innenministerin, bei der sie "viel mit dem Thema der zivil-militärischen Zusammenarbeit zu tun gehabt" habe.

Sie habe sich für den Ministerposten entschieden, um deutlich zu machen, dass die Sicherheits- und Verteidigungspolitik "höchste Priorität" habe, sagte Kramp-Karrenbauer im ZDF. "Und das kann man am besten dadurch, wenn man als Vorsitzende der größten Regierungspartei auch wohlüberlegt sagt, ich gehe in die Verantwortung in ein Amt, das alles andere als leicht ist."

Fragen nach ihrer weiteren Karriereplanung beantwortete Kramp-Karrenbauer ausweichend. Sie wolle, "dass diese Regierung erfolgreich arbeiten kann bis zum Ende der Legislaturperiode mit einer Kanzlerin Angela Merkel", sagte sie in der ARD.

Als Verteidigungsministerin wolle sie auch Vorbild für andere Frauen sein, sagte Kramp-Karrenbauer. "So wie ich von der Arbeit der Frauengeneration vor mir profitiert habe, so will ich, dass jüngere Frauen auch von meiner Arbeit profitieren."

Es sei ein "schöner Tag für die Frauen" gewesen, dass eine scheidende Verteidigungsministerin ihr Amt unter einer Bundeskanzlerin an eine weibliche Nachfolgerin übergeben habe, sagte Kramp-Karrenbauer. Sie sehe es nun aber als "Verpflichtung" an, dafür zu sorgen, dass dies "nicht nur das Bild eines Tages" bleibe.

Dass Frauen in Führungspositionen berufen werden, müsse auf Dauer selbstverständlich sein. Sie wolle sich dafür einsetzen, "dass es zu einer Struktur wird, die auf Dauer trägt", sagte Kramp-Karrenbauer.