Kramp-Karrenbauer nennt AfD in Ostdeutschland rechtsradikal

Kramp-Karrenbauer

CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer hat der AfD in Ostdeutschland ein extremistisches Potenzial bescheinigt. Insbesondere die dortigen Landesverbände zeigten "ein rechtsradikales Profil", sagte Kramp-Karrenbauer der "Berliner Zeitung" vom Freitag. Die CDU rief sie auf, in den Landtagswahlkämpfen nicht über Koalitionen mit AfD oder Linkspartei zu spekulieren. Linken-Parlamentsgeschäftsführer Jan Korte erklärte mit Blick auf seine Partei, es gebe "manchmal Punkte, an denen das demokratische Lager zusammenarbeiten muss anstatt zu spalten".

Für die CDU geht es nach den Worten Kramp-Karrenbauers darum, "die Mitte zu stärken und die Ränder zurückzudrängen. Das erreicht man nicht dadurch, dass man überlegt, mit wem man von links oder rechts Gespräche führt".

Der Brandenburger CDU-Chef Ingo Senftleben hatte angekündigt, wenn seine Partei bei der Landtagswahl im Herbst kommenden Jahres stärkste Kraft werde, wolle er mit allen Parteien über ihre Ideen und Konzepte für das Land reden. Das sei "nicht die Auffassung des Konrad-Adenauer-Hauses und der anderen ostdeutschen Landesverbände", betonte die CDU-Generalsekretärin.

Linken-Parlamentsgeschäftsführer Korte kritisierte die Abgrenzung Kramp-Karrenbauers zu seiner Partei. Niemand in der Linken wünsche sich eine Koalition mit der CDU, erklärte Korte am Freitag. "Aber es gibt manchmal Punkte, an denen das demokratische Lager zusammenarbeiten muss, anstatt zu spalten, wie es die CDU tut, indem sie eine Zusammenarbeit mit der Linken kategorisch ablehnt." Die CDU demonstriere damit "vor allem ihre eigene Rückständigkeit".

Kramp-Karrenbauer sagte auf die Frage, welche AfD-Wähler die Union zurückholen könne: "Die mit sehr rechtem und rechtsradikalem Gedankengut sind für die CDU nicht gewinnbar." Die wolle sie auch nicht in den Reihen der Partei haben.

"Aber es gibt eben auch andere, die sich von der Politik vernachlässigt fühlen, etwa weil die kommunale Infrastruktur ihrer Stadt marode ist, weil in ihrer Region Ärzte fehlen und Busse, die ein Gefühl von Heimatlosigkeit und Fremde haben", sagte Kramp-Karrenbauer. "Die müssen wir ansprechen."