Kramp-Karrenbauer warnt Türkei vor Destabilisierung Syriens

Türkei-nahe Miliz in Nordsyrien

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat die Türkei vor militärischen Abenteuern in Syrien gewarnt. Sie erwarte von dem Nato-Partner, "dass er alles tut, um die Region zu stabilisieren, und alles unterlässt, um die Region noch mehr zu destabilisieren", sagte die Ministerin am Dienstag bei einem Truppenbesuch im westafrikanischen Mali. Die türkischen Pläne zur Einrichtung einer Schutzzone in Nord-Syrien sehe sie "sehr kritisch".

Angesichts des angekündigten Truppenrückzugs der USA sei es umso wichtiger, dass die Bundeswehr sich weiter an dem internationalen Einsatz gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak beteilige, sagte Kramp-Karrenbauer.

Die Abkehr der USA von den bisher verbündeten Kurden in der Region zeige, "das wir auf jeden Fall weiter machen müssen", sagte die Ministerin. Dabei werde die Bundeswehr insbesondere bei ihrem Ausbildungseinsatz im Nord-Irak die kurdischen Kräfte "weiter ertüchtigen".

In Bagdad und im nordirakischen Erbil bildet die Bundeswehr Sicherheitskräfte aus, damit sie die IS-Miliz bekämpfen können. Zudem unterstützt sie die internationale Anti-IS-Allianz mit Aufklärungsflügen von Bundeswehr-Tornados.

Kramp-Karrenbauer äußerte sich bei einem Besuch deutscher Soldaten, die sich an der UN-Stabilisierungsmission Minusma in der malischen Stadt Gao beteiligen. Seit Sonntag ist sie in der instabilen Region zu Besuch.