Kramp-Karrenbauer will "privilegierte Partnerschaft" für London bei Rüstung

Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat sich für eine "privilegierte Partnerschaft" mit Großbritannien bei europäischen Rüstungsprojekten nach dem Brexit ausgesprochen. "Das bedeutet für die Zukunft nach einem Brexit, dass Großbritannien von EU-Programmen nicht kategorisch ausgeschlossen wird, weil es keine vernünftige Drittstaaten-Regelung gibt", sagte die Ministerin am Donnerstagabend bei einem Vortrag an der London School of Economics.

Mit dem Austritt aus der EU verliert Großbritannien den Zugang zu zahlreichen europäischen Rüstungsprojekten wie beispielsweise dem Satellitensystem Galileo. Derzeit laufen zwischen den europäischen Hauptstädten Gespräche darüber, ob und wie London nach dem Brexit doch noch in diese Projekte eingebunden werden könnte.

"Ich bin der festen Überzeugung, dass wir Großbritannien als einen aus meiner Sicht privilegierten Partner und Drittstaat in diese Kooperationen aufnehmen müssen", sagte die Ministerin. "Ich will ganz offen sagen, dass das keine einfache Diskussion auch mit anderen europäischen Staaten ist, die eine ganz andere Sicht auf die Dinge haben." Kramp-Karrenbauer betonte aber, dass Nato-Mitglieder wie Großbritannien anders behandelt werden sollten als andere Drittstaaten.

Der Leitgedanke aller EU-Projekte müsse sein, "dass sie am Ende Europa stärker machen", führte Kramp-Karrenbauer aus. Hier sei Großbritannien als starke und aktive Militärmacht ein guter Partner. Beispiele für erfolgreiche Rüstungsprojekte unter britischer Beteiligung seien etwa das Militärtransportflugzeug A400M oder der Kampfjet Eurofighter. Auch bei laufenden deutsch-französischen Entwicklungsprojekten wie dem neuen Kampfjet FCAS (Future Combat Air System) und dem Panzerprojekt mit dem Namen "Main Ground Combat System" zeigte sich Kramp-Karrenbauer für eine Kooperation mit Großbritannien nach dem Brexit offen.