Kramp-Karrenbauer will personelle Fragen vor der Sommerpause klären

Kramp-Karrenbauer in München

Die Nachfolge von CDU-Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer soll vor der Sommerpause geklärt sein. Kramp-Karrenbauer sagte am Freitagabend in den ARD-"Tagesthemen", sie habe dieses Ziel im Präsidium und im Bundesvorstand der Partei "deutlich gemacht". Kommende Woche werde sie Gespräche mit "drei potenziellen Kandidaten" führen. Erste Bewerbungen gingen bereits in der Parteizentrale ein - die Bewerber sind laut Generalsekretär Paul Ziemiak aber bundesweit unbekannt.

Kramp-Karrenbauer hatte am Montag infolge des Thüringen-Debakels ihren Verzicht auf die Kanzlerkandidatur und die Parteispitze verkündet. Als mögliche neue Parteichefs sind bislang drei Männer im Gespräch: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet sowie der frühere Fraktionschef Friedrich Merz. Öffentlich verkündete noch keiner von ihnen seine Bewerbung.

Ziemiak sagte der Funke Mediengruppe, es seien für die Nachfolge Kramp-Karrenbauers zwei "Initiativbewerbungen aus der CDU-Mitgliedschaft eingetroffen". Beide Bewerber seien bundesweit jedoch nicht bekannt.

Der frühere CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz sprach sich für Laschet aus: "Jemand muss den Laden zusammenhalten und das traue ich Armin Laschet zu. Er ist der Vorsitzende des größten Landesverbandes der CDU", sagte Polenz am Samstag im Bayerischen Rundfunk. Er rief zugleich zur Zusammenarbeit der möglichen Anwärter auf den Parteivorsitz auf.

Er gehöre zu denen in der Union, "die es sehr, sehr begrüßen würden, wenn die drei sich auf ein Team einigen würden und auf die Verteilung der Rollen in einem Team", sagte Polenz. Es gehe nicht nur um den Parteivorsitz und den Kanzlerkandidaten. "Es geht auch um wichtige andere Funktionen." Als Beispiel nannte Polenz den Fraktionsvorsitz und ein mögliches Superministerium für Wirtschaft und Finanzen.

"Die CDU braucht alle drei, egal in welcher Funktion", sagte Polenz im Bayerischen Rundfunk weiter. "Wenn wir uns als Volkspartei breit aufstellen wollen, dann sind sowohl Armin Laschet, Friedrich Merz und Jens Spahn sehr wichtig dafür."

Auch Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sagte der "Passauer Neuen Presse", die CDU müsse jetzt zusammenstehen. "Am Ende war Geschlossenheit stets ein Markenzeichen der CDU." Es sei richtig, Kanzlerkandidatur und Parteivorsitz zusammenzuführen.

Karliczek mahnte zur Besonnenheit. "Die Entscheidung sollte gut überlegt, sorgfältig vorbereitet und nicht überstürzt werden", sagte sie der Zeitung. Es gelte, die Mitglieder der Partei "mitzunehmen" - eine Mitgliederbefragung führe aber nicht weiter.

Kramp-Karrenbauer erläuterte im "Tagesthemen"-Interview, das CDU-Präsidium habe sie gebeten, erst nach den Gesprächen mit den potenziellen Kandidaten Angaben zu möglichen Zeitplänen zu machen. Am 24. Februar, Rosenmontag, wolle sie mit den CDU-Gremien zusammenkommen und über den Ausgang der Gespräche sprechen, sagte Kramp-Karrenbauer. Dann werde "über das weitere Vorgehen beraten" und festgelegt, "wie es weitergehen soll".