Krankenhäuser in Berlin: Immer öfter aggressive Patienten in Berliner Rettungsstellen

Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern werden beleidigt und beschimpft. Kliniken reagieren mit Deeskalationstraining und Wachdiensten.

Von Patienten oder deren Angehörigen beschimpft und beleidigt zu werden, gehört zum Alltag der Krankenschwestern, Pfleger und Ärzte in den Rettungsstellen der Berliner Krankenhäuser. Oft kommt es auch zu physischen Übergriffen. Das Vivantes Klinikum Neukölln zählte 2016, 2015 und 2014 jeweils mehr als 40 verbale Aggressionen gegenüber Mitarbeitern der Rettungsstellen. Zehn körperliche Angriffe wurden 2016, jeweils 20 in den beiden Jahren davor erfasst. In der Charité und im Helios-Klinikum Buch ist das Personal in den Rettungsstellen nahezu täglich Beleidigungen ausgesetzt. Beide Einrichtungen und viele weitere Berliner Kliniken setzen deshalb auf Deeskalationstraining. Die Mitarbeiter werden darin geschult, Konflikte zu entschärfen.

Tobias Lindner ist seit 2010 stellvertretender Leiter der Rettungsstelle am Virchow-Klinikum in Wedding. Er betreue Patienten "und erlebe solche Situationen immer wieder", sagt der Unfallchirurg. Beschimpfungen haben für ihn "einen sehr bedrohlichen Charakter. Aber dank der Schulungen gewinnt man eine professionelle Einstellung dazu. Dass man weiß – es ist kein persönlicher Angriff. Bleib ruhig und sieh zu, wie du aus der Situation herauskommst". Er sei nur einmal brachial angegriffen worden, sagt er. Vor Jahren schon, als es noch keine Deeskalationsschulung gab.

Mit diesen Schulungen hat die Charité 2012 begonnen. Anlass war eine Umfrage im gleichen Jahr unter Mitarbeitern der Notfallbereiche am Virchow Klinikum, am Campus Benjamin Franklin und am...

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