Krankenhausbetten und Quarantäne-Einrichtungen in Bangkok werden knapp

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Provisorisches Krankenhaus in Bangkok mit rund 1800 Betten

Wegen drastisch steigender Corona-Fallzahlen werden in der thailändischen Hauptstadt Bangkok die Krankenhausbetten und die Quarantäne-Einrichtungen knapp. "Ich bin ganz offen, wir haben nicht genug Betten in den Krankenhäusern", sagte am Donnerstag Somsak Akkasilp, Generaldirektor der staatlichen Gesundheitsdienste. In den großen Krankenhäusern seien die Intensivstationen überbelegt.

Die Krankenhäuser in Bangkok hätten Kapazitäten für 1000 neue Patienten pro Tag, sagte Somsak. Derzeit seien die Zahlen aber deutlich höher. Allein am Donnerstag wurden 4000 Neuaufnahmen von Corona-Patienten in Bangkoks Krankenhäusern gezählt.

Die Behörden gehen angesichts der Entwicklung dazu über, leichter Erkrankten eine Isolation zu Hause zu empfehlen. Allerdings gebe es dabei Probleme mit der medizinischen Versorgung, räumte Somsak ein.

Auch die Quarantäne- und Isolations-Einrichtungen der Stadt füllen sich. Die Behörden arbeiten mit Privatkrankenhäusern zusammen, um mehr Betten zu beschaffen. "Wir wissen noch nicht, ob die Pandemie schon ihren Höhepunkt erreicht hat. Wir müssen die Kurve abflachen", sagte er.

Das südostasiatische Land kämpft derzeit mit einer dritten schweren Corona-Welle, die durch die hochansteckende Deltavariante befeuert wird. Trotz scharfer Maßnahmen und einer nächtlichen Ausgangssperre in den am stärksten betroffenen Provinzen wurden am Donnerstag landesweit rund 17.660 Neuinfektionen und 165 Todesfälle registriert.

Seit Beginn der Pandemie wurden nach Behördenangaben mehr als 561.000 Infektionsfälle und 4562 Todesopfer verzeichnet - der Großteil davon in der jüngsten, im April ausgebrochenen Corona-Welle.

Die ersten Corona-Fälle der jüngsten Welle gehen auf Nachtclubs in Bangkok zurück, die häufig von der thailändischen Elite und Politikern besucht werden. Besonders betroffen von der Pandemie sind jedoch die armen Bevölkerungsschichten, vor allem die Bewohner der Slums von Bangkok, wo das Einhalten von Abstandsregeln nahezu unmöglich ist.

Die Regierung von Ministerpräsident Prayut Chan-O-Cha steht wegen ihres Umgangs mit der Pandemie in der Kritik. Betroffene Wirtschaftssektoren vermissen Entschädigungen, zudem wird der Regierung eine verfehlte Impfpolitik vorgeworfen. Derzeit werden nur Astrazeneca und die chinesischen Impfstoffe Sinovac und Sinopharm gespritzt. Die Impfkampagne verläuft langsam und viele Thailänder sind verärgert, weil die Regierung nicht die Impfstoffe von Biontech und Pfizer sowie Moderna bestellt hat.

ck/jes

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