Krankenkassen geben immer mehr Geld für freiwillige Leistungen aus

Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für freiwillige Leistungen wie Rücken-Kurse und Homöopathie haben sich einem Bericht zufolge binnen vier Jahren fast verdoppelt

Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für freiwillige Leistungen wie Kurse und Homöopathie haben sich einem Bericht zufolge binnen vier Jahren fast verdoppelt. Im vergangenen Jahr seien rund anderthalb Milliarden Euro für sogenannte Satzungsleistungen ausgegeben worden, berichtete die "Berliner Zeitung" am Mittwoch. Das Blatt berief sich auf Daten des Bundesgesundheitsministeriums, welche die Linken-Politikerin Birgit Wöllert angefordert hatte.

2012 waren es demnach erst 780 Millionen Euro, was einem Anstieg von 94 Prozent in diesem Zeitraum entspricht. Zwischen 2015 und 2016 wurde den Angaben zufolge ein Plus von mehr als 20 Prozent registriert.

Grundsätzlich bieten alle gesetzlichen Krankenkassen einen einheitlichen Leistungskatalog. Das Gesetz lässt aber weitere Angebote per Satzungsänderung zu. Zu den Satzungsleistungen gehört auch die Homöopathie, deren Wirksamkeit umstritten ist.

Typische Satzungsleistungen sind zudem Gesundheitskurse wie etwa Rückenschulen, Nordic Walking oder Pilates. Häufig angeboten wird auch die Übernahme von Osteopathenleistungen. Auch Schutzimpfungen für Auslandsreisen werden von einigen Kassen bezahlt.

Wöllert kritisierte die Entwicklung. Zu Marketingzwecken und zur Profilierung im Wettbewerb erhöhten die Kassen permanent die Ausgaben für Satzungsleistungen, sagte sie der Zeitung. Viele der Leistungen seien "medizinisch nicht notwendig und im Nutzen zweifelhaft".

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