Krasser Anstieg von Selbstmordattentaten durch Kinder alarmiert Unicef

Das Kinderhilfswerk Unicef hat eine drastische Zunahme von Selbstmordattentaten durch Kinder und Jugendliche in vier afrikanischen Staaten registriert.

Die Zahl der minderjährigen Selbstmordattentäter habe sich in den ersten drei Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 27 verdreifacht. Hinter den Gräueltaten vermutet Unicef die islamistische Terrormiliz Boko Haram. Die Krisenregion umfasst Teile Nigerias, des Nigers, des Tschads und Kameruns.

Unicef-Sprecherin Fatima Ibrahim erläuterte die Folgen für die minderjährigen Täter:“Die Kinder werden innerhalb ihrer Gemeinschaften stigmatisiert, weil sie nicht akzeptable Verbrechen begangen haben. Das Problem dieser Zurückweisung besteht darin, dass die Minderjährigen isoliert werden. Dadurch vergrößert sich das Risiko, dass die Kinder sich aus eigener Initiative wieder den Weg zurück zu Boko Haram suchen.”

Unicef sprach vom “schlimmsten” möglichen Missbrauch von Kindern in dem Konflikt. Bis zu drei Viertel der Attentate in jüngster Vergangenheit seien von Mädchen durchgeführt worden. Das Hilfswerk appellierte an Boko Haram und das Militär, Maßnahmen zu ergreifen, um den Schutz der Kinder zu gewährleisten.

Die Terrormiliz Boko Haram macht immer mehr Kinder zu Selbstmordattentätern https://t.co/3VQo2rOgrC— Süddeutsche Zeitung (@SZ) 12 avril 2017

Seit 2009 kämpfen die sunnitischen Extremisten aus dem Nordosten Nigerias für einen islamischen Gottesstaat. Der Konflikt soll bereits über 14.000 Menschenleben gefordert haben. Im April 2014 hatte Boko Haram international für Empörung gesorgt, als sie mehr als 270 Schulmädchen aus Chibok im Nordosten Nigerias entführten. Das Schicksal vieler Mädchen ist immer noch ungewiss.

3 yrs since 276 girls abducted from Chibok, there’s been a surge in the number of children used in Boko Haram ‘suicide’ attacks #ENDviolence pic.twitter.com/NkTpOJ7iwW— UNICEF (@UNICEF) 12 avril 2017

Boko Haram have used 117 children in ‘suicide’ attacks since 2014. More than 80% were girls. https://t.co/wFCJomT9cw #ENDviolence pic.twitter.com/jdhIQGGNeK— UNICEF (@UNICEF) 12 avril 2017

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