Kreativ: Gurkenwasser statt Streusalz

·Freiberufliche Journalistin
·Lesedauer: 2 Min.

Der Winterdienst der niederbayerischen Stadt Dingolfing setzt auf eine außergewöhnlich kreative Methode zum Räumen der Straßen: Gurkenwasser. Das schont die Umwelt.

Gurkenwasser als Streumittel. (Bild: Getty Images)
Gurkenwasser als Streumittel. (Bild: Getty Images)

Klingt merkwürdig, funktioniert aber überraschend gut: Gurkenwasser statt herkömmliches Streusalz. Konventionelle Streumittel, belasten die Umwelt und schädigen Bäume sowie Pflanzen. Die Stadt Dingolfing hat eine mildere Alternative gefunden. Die Niederbayern räumen ihre Straßen mit Gurkenwasser. Das war sowieso übrig. Die ungewöhnliche Methode wird in diesem Jahr bereits zum dritten Mal angewendet, wie Watson berichtet.

So kam es dazu

Doch was steckt dahinter? Die Idee dazu kam von einem Mitarbeiter des in Dingolfing ansässigen Gurkenherstellers Develey. Der Angestellte überlegte sich, dass man das Salzwasser, in dem die Gurken bis zur Produktion gelagert werden, auch recyceln und als Alternative zu Streusalz verwenden könnte.

In dem Werk werden jährlich rund 17.000 Tonnen Gurken bis zur Verarbeitung in etwa 1000 Silos in Salzwasser gelagert. Nach der Produktion blieb das Salzwasser zurück und musste aufwendig über die hauseigene Kläranlage entsorgt werden.

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Doch seit 2019 ist damit Schluss, denn Gurkenwasser ist eine gute Alternative zu Streusalz, wie sich herausstellte. Dadurch werden in Dingolfing jährlich rund 1000 Tonnen Streusalz und über 4,9 Millionen Liter Wasser eingespart.

So funktioniert‘s

Damit die übriggebliebene Salzlake vom Winterdienst verwendet werden kann, wird sie gefiltert, um Schwebeteilchen zu entfernen und anschließend aufbereitet. „Damit eine optimale Tauwirkung erzielt werden kann, muss der Salzgehalt des Gurkenwassers durch die Zugabe von Salz von ca. 7 % auf 21 % konzentriert werden. Dies ist die einzige Hürde, die es zu überwinden galt, damit die Salz-Sole einsatzfähig ist“, erklärt Develey das Verfahren.

Unterstützung von offizieller Seite

2019 wurde die Verwendung des Gurkenwassers als Streumittel vom bayerischen Ministerium für Wohnen, Bau und Verkehr als Pilotprojekt gestartet und auch finanziell unterstützt. In diesem Jahr läuft Runde drei der Testphase.

Das Familienunternehmen Develey setzt sich seit vielen Jahren für Nachhaltigkeit ein, wurde dafür bereits mehrfach ausgezeichnet und hat sich auf die Fahnen geschrieben bis 2022 an allen Standorten weltweit klimaneutral zu produzieren.

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