Kreml empört über Urteil des Menschenrechtsgerichts wegen Geiseldrama von Beslan

Der Kreml hat das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) gegen Russland zu der blutigen Beendigung des Geiseldramas von Beslan scharf kritisiert. "Für ein Land, das angegriffen wurde, sind diese Formulierungen absolut inakzeptabel", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Donnerstag in Moskau. Die Straßburger Richter hatten zuvor geurteilt, Russland müsse wegen "schwerer Versäumnisse" und "unverhältnismäßiger Gewalt" beim Vorgehen gegen die Geiselnehmer Entschädigungen zahlen.

"Wir können mit so einer Formulierung nicht einverstanden sein", bekundete Peskow den Unmut der russischen Führung. Am 1. September 2004 hatte ein pro-tschetschenisches Kommando aus drei Dutzend Rebellen eine Grundschule in Beslan in der Kaukasusrepublik Nordossetien überfallen und rund 1200 Menschen mehrere Tage als Geiseln gehalten.

Bei der Erstürmung der Schule durch die russischen Sicherheitskräfte am 3. September 2004 waren mehr als 330 Menschen getötet worden, unter ihnen mehr als 180 Kinder. Rund 750 weitere Menschen wurden verletzt.

Die insgesamt 409 Kläger - unter ihnen Überlebende und Angehörige von Opfern - werfen Russland vor, die Erstürmung der Schule trotz des bekannten Risikos angeordnet zu haben. Sie sollen nun von Russland Schmerzensgeld zwischen 5000 und 30.000 Euro erhalten - insgesamt rund drei Millionen Euro.

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