Kretschmann: «Niemand kann Öffnungsorgien erwarten»

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«Zu frühe Öffnungen führen zu Rückschlägen», sagt Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann vor der Bund-Länder-Runde zum Lockdown.
«Zu frühe Öffnungen führen zu Rückschlägen», sagt Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann vor der Bund-Länder-Runde zum Lockdown.

Baden-Württembergs Ministerpräsident dämpft vor der Bund-Länder-Runde zum Lockdown die Erwartungen. Gleichzeitig zeigt Kretschmann Verständnis für Lockerungswünsche: «Die Leute werden langsam kriegsmüde.»

Stuttgart (dpa) - Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat die Erwartungen an schnelle Lockerungen der Corona-Regeln gedämpft.

Wenn die landesweiten Inzidenzen über einen gewissen Zeitraum unter 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner sind, werde man vorsichtige Öffnungsschritte gehen, sagte er der «Badischen Zeitung» und der «Südwestpresse». «Niemand kann aber erwarten, dass wir gleich eine Öffnungsorgie starten.» Dafür sei die Lage zu fragil.

«Die Erfahrungen anderer Länder zeigen: Zu frühe Öffnungen führen zu Rückschlägen und damit zu noch härteren Maßnahmen.» Jeder müsse seine Kontakte einschränken.

Zur sinkenden Zustimmung zur Pandemie-Politik in der Bevölkerung sagte Kretschmann: «Wenn man den Kampf gegen das Virus mit einem Krieg vergleichen würde, müsste man sagen: Die Leute werden langsam kriegsmüde.»

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den die Ministerpräsidenten wollen am Mittwoch bei einem Krisen-Gipfel über das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Corona-Krise beraten.