Berlin-Kreuzberg: Ohne Besetzer: Gerhart-Hauptmann-Schule friedlich geräumt

Die Flüchtlinge, die die Gerhart-Hauptman-Schule in Kreuzberg besetzt hatten, haben die Schule noch vor der Räumung am Donnerstagmorgen verlassen

Berlin. Um 8.15 Uhr ist es vorbei. Das stählerne Gittertor am Eingang der Gerhart-Hauptmann-Schule fällt zu. Die Gerichtsvollzieherin übergibt die Schlüssel an den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Das Gebäude ist leer. Geräumt. Mehr als fünf Jahre nach der Besetzung durch Flüchtlinge, endet seine Karriere als Symbol des politischen Scheiterns. Als umstrittenster Ort Berlins. Ohne Widerstand, ohne größere Proteste. Alle Seiten schienen am Donnerstagmorgen ermattet vom ewigen Konflikt und vom nasskalten Berliner Januarwetter. Als die Polizei am frühen Morgen mit der Gerichtsvollzieherin das Areal betrat, war die Schule leer. Die elf Flüchtlinge, die noch in der Schule gehaust hatten, waren am Abend zuvor bereits ausgezogen. Nur vor der Schule riefen einige Aktivisten ihre eingeübten Sprüche. "Feuer und Flamme den Abschiebebehörden", schallte es über die Ohlauerstraße.

Die Flüchtlinge, die die Gerhart-Hauptman-Schule in Kreuzberg besetzt hatten, haben die Schule noch vor der Räumung am Donnerstagmorgen verlassen. dpa Laut der Sprecherin der "Anwohnerinitiative Ohlauer Straße", Rima Haj Kheder, seien sie schon am Mittwochabend nach Verhandlungen mit dem Bezirk aus dem Gebäude ausgezogen und seien nun in Flüchtlingsunterkünften und bei Unterstützern untergekommen. dpa An der Schule ist die Lage am Donnerstagmorgen ruhig. Es sei "super entspannt", sagte ein Polizeisprecher. dpa Etwa zehn Beamte bewachten den Eingang des abgesperrten Gebäudes. Auf der Ohlauer Straße davor protestierten rund 200 Aktivisten. dpa Sie skandierten Parolen gegen die Räumung. Auf Plakaten forderten sie unter anderem "Bedingungsloses Bleiberecht für Flüchtlinge" und schrieben die Drohung "Feuer und Flamme den Abschiebebehörden". dpa Die Gerhard-Hauptmann-Schule am Donnerstagmorgen Morris Pudwell

Bis in den Mittwoch hinein hatten Vertreter des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg und des Senats versucht zu verhindern, dass gewaltsam geräumt werden muss. Letztendlich mit Erfolg. Kurz vor Ablauf der Frist, am Mittwochabend, ließen sich die Besetzer auf einen Deal ein, sagte Antje Kapek, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus. Sie stand bereits am frühen Morgen im dunklen Wollmantel und dickem Schal vor der Schule, erklärte Journalisten den Deal: Der Senat habe zugesichert, dass für die elf Flüchtlinge die Härtefallregelung angewendet wird und si...

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