Wie der Krieg den Weltraum erreicht

Der Krieg erreicht den Weltraum. Attacken und Cyberangriffe auf Satelliten nehmen zu, und das führt zu ernsthaften Sicherheitsbedenken.

Bei der Eröffnung der Europäischen Weltraumkonferenz erinnerte der EU-Außenbeauftragter Josep Borrell daran, dass einer dieser Angriffe ein klares Zeichen für den Beginn des russischens Überfalls auf die Ukraine war.

24 Stunden vor der Invasion wurde das von der ukrainischen Armee genutzte Weltraumtelekommunikationsnetz Ziel eines Cyberangriffs. Die verwendete Malware schaffte es, Teile des Netzwerks zum Erliegen zu bringen.

Der Weltraum sei zu einem strategischen Raum geworden, sagte Borrell. Kein Schlachtfeld, sondern ein Ort, an dem Satelliten angegriffen werden oder angegriffen werden könnten. Dabei sei Europa entscheidend abhängig von Informationen, die von Satelliten empfangen oder zurückgeworfen würden. Der größte Teil der europäischen zivilen und militärischen Infrastruktur hänge von einem Satellitensystem ab.

Mittlerweile befinden sich rund 5.500 Satelliten im Weltraum, ein Zehntel davon wird militärisch genutzt. Entsprechend wurde der Weltraum von der NATO als einer der wichtigsten Bereiche definiert.

Risiken könnten auch von der physischen Zerstörung von Satelliten ausgehen. Russland habe kürzlich einen seiner Satelliten mit einer bodengestützten Rakete zerstört, so Borrell. Wenn es das mit einem seiner eigenen Satelliten tun könne, könne es auch westliche Satelliten zerstören.

Und das birgt auch andere Gefahren.

Die Zerstörung eines Satelliten fülle den Weltraum mit kleinen Metallpartikeln. Diese seien klein, aber wegen ihrer hohen Fluggeschwindigkeit enorm gefährlich.

Die Europäische Kommission will im März ihre neue Weltrauminitiative vorstellen: Dabei soll die Sicherheit sowohl für das normale Leben der Bürger als auch für kritische Infrastrukturen im Zentrum stehen.