Kriminalgericht: Wie Alexander G. auf perfide Art nach Opfern gesucht hat

Alexander G. (mit Kapuze) im Moabiter Kriminalgericht. Er hatte eine mildere Strafe erwartet. Bei der Urteilsverkündung schluchzte er und brach beinahe zusammen

Berlin.  Zu Beginn des zweiten Prozesstages gab es einen gespielten Dialog zwischen der Vorsitzenden Richterin Regine Alex und ihrem Beisitzer. Vorlage war ein Chat des Angeklagten Alexander G. mit einer 13-Jährigen. Der 36-Jährige gab sich dabei als 25-Jähriger aus. Es wurde deutlich, wie geschickt er sich der Schülerin nähert, auf ihre Probleme einging und sie sukzessive dazu bringen wollte, mit ihm Sex zu haben.

Der Prozess gegen Alexander G., der am Ende von der Jugendkammer zu vier Jahren Haft verurteilt wurde, ist ungewöhnlich. Sein Verteidiger betonte im Plädoyer, dass "in der Realität nichts, gar nichts passiert" sei. An den Fotos, die sich Alexander G. von den ausnahmslos unter 14 Jahre alten Mädchen schicken ließ, sei zu erkennen, "dass es keine Kinder sind, sondern entwickelte junge Frauen". Aber auch der Anwalt ging davon aus, dass man das Vorgehen seines Mandant "nicht anders als schäbig" bezeichnen könne.

Im Prozess ging es um 20 Kinder, die Opfer wurden

Richterin Alex sah es anders: Es werde per Gesetz "nicht nur der Körper der Kinder geschützt, geschützt werden auch ihre Gedanken und Vorstellungen." Sie sprach von einem perfiden Vorgehen des Eventmanagers, der über einen Zeitraum von fünf Jahren Hunderte Versuche gestartet habe, sich mit Hilfe von Fake-Accounts an Mädchen heranzumachen; das Jüngste war elf.

Im Prozess ging es um 20 Kinder, die Opfer wurden. Dabei gab er sich mal als Altersgefährtin, mal als 17-Jähriger oder auch als 25-Jähriger aus. Er verlangte - oft nich...

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