Kriminalität: Behörden fordern mehr Kontrolle bei Lebensmittelbetrug

Dirk Behrendt, Senator für Justiz und Verbraucherschutz.

Berlin. Viele Berliner werden sich noch mit Grausen an die Skandale um Gammelfleisch im Döner oder Pferdefleisch in Supermarkt-Lasagnen erinnern. Diese Fälle sind schon ein paar Jahre her, doch das Thema Lebensmittelbetrug ist immer noch aktuell. "Es handelt sich um ein Kriminalitätsphänomen mit hohen Gewinnspannen und relativ geringem Entdeckungsrisiko", sagte Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) am Montag. Laut Schätzungen könnten Gewinne aus der Lebensmittelkriminalität Erträgen aus dem Drogengeschäft oder dem Menschenhandel entsprechen. Inklusive Millionen geschädigter Kunden und Milliardenverlusten für die Lebensmittelindustrie.

Vor allem bei Olivenöl, Honig und Kaffee ist das Risiko von Panscherei und Betrug derzeit groß. Aber auch Edelfisch wie Seelachs wird gerne fälschlicherweise durch billigen Pangasius ersetzt, Garnelen zur Gewichtserhöhung mir Gel aufgespritzt, Oregano mit billigen Kräutern gestreckt, Zucker mit Kunstdünger versetzt.

Es ist ein weitverzweigtes, schwer zu greifendes System mit hohem Dunkelfeld. Oft findet der Betrug im Ausland statt und die Fälschung ihren Weg auch über verarbeitete Produkte in die Einkaufswagen. Im Jahr 2016 führte das Landeslabor Berlin-Brandenburg 27.000 Lebensmittelkontrollen durch, 15 Prozent der Produkte wurden beanstandet, davon drei Viertel wegen Kennzeichnungsmängeln, die restlichen, weil sie nicht sicher oder für Irreführungen geeignet waren. Die Berliner sollten sich intensiver damit beschäftigen, was sie konsumieren und wo es herk...

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