Krischer wirft RWE geplante "Einkesselung" von Hambacher Forst vor

Ein Bagger im Tagebaugebiet nahe des Hambacher Forstes

Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer hat dem Energiekonzern RWE vorgeworfen, den Hambacher Forst durch seinen Braunkohletagebau einkesseln zu wollen. "RWE will zwar nun nicht mehr den Hambacher Forst, aber dafür alles drumherum abbaggern", schrieb Krischer am Freitag im Internetdienst Twitter. Zerstört würden demnach auch die Orte Morschenich und Manheim.

Krischer belegte seine Vorwürfe mit einer Karte "Geplanter Fortschritt im Tagebau Hambach". Darauf ist der Wald, um dessen Erhalt Umweltschützer seit Jahren kämpfen, als eine Halbinsel mitten im Tagebau abgebildet, die nur durch eine schmale Verbindung in Richtung Südwesten mit dem nicht von der Abbaggerung betroffenen Gelände verbunden wäre. Bislang hat RWE das Gebiet nordwestlich des Forsts abgegraben, die nun zur Abbaggerung vorgesehenen Orte Manheim und Morschenich liegen östlich beziehungsweise südlich des Waldes.

Begründet wird das geplante Vorgehen laut Krischer von RWE damit, dass Abraum zur Teilverfüllung des durch den Tagebau entstandenen Lochs benötigt werde. "Auf so eine Idee können nur Leute kommen, die tief in der Kohlelogik stecken", schrieb dazu der Grünen-Politiker.

Während Umweltverbände und Grüne die am Donnerstag bekannt gegebenen Pläne der Bundesregierung für den Kohleausstieg bis spätestens 2038 insgesamt als viel zu zögerlich kritisiert hatten, galt der Erhalt des Hambacher Forsts dabei bislang als ein Erfolg der Umweltbewegung. Experten weisen allerdings schon lange darauf hin, dass der Wald wegen Wassermangels ohnehin absterben dürfte, wenn der Tagebau noch stärker an ihn heranrückt.