Kritik an geplanten Visa-Einschränkungen in den USA hält an

Die Bundesregierung und Wirtschaftsverbände haben US-Präsident Donald Trump vor Reisebeschränkungen für ausländische Fachkräfte gewarnt. Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Donnerstagsausgaben), dies könne langfristig insbesondere den USA selbst schaden. Deutsche Unternehmen, die zu den größten ausländischen Arbeitgebern in den USA gehören, brauchten qualifizierte Fachkräfte. Diesen Aspekt werde sie bei ihrer USA-Reise im Mai deutlich machen, kündigte sie an. Auch Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) hatte die geplanten Einschränkungen bereits bemängelt.

Der Geschäftsführer der Deutschen Industrie- und Handelskammer, Achim Dercks, sagte dem Redaktionsnetzwerk, die Einreise in die USA sei für Arbeitnehmer deutscher Unternehmen schon seit Jahren mit hohem Aufwand verbunden. "Von einer noch stärkeren Begrenzung von Fachkräfte-Visa wären deutsche Unternehmen unmittelbar betroffen." Ohne Visum könnten etwa keine Ausbilder in die Vereinigten Staaten geschickt werden, die ihr Wissen an US-Azubis weitergeben, sagte Dercks.

Deutsche Unternehmen seien für ihre gute Qualität bei Dienstleistungen nach dem Kauf anerkannt. Dies setze eine gute Schulung des Personals für Bedienung, Wartung und Reparaturen voraus. Hierfür sei der reibungslose Einsatz von Fachkräften über Landesgrenzen hinweg "unersetzlich".

Die Geschäftsführerin der American Chamber of Commerce in Deutschland, Eveline Metzen, gab zu bedenken: "Technologie-Unternehmen sind darauf angewiesen, dass sie diese hochqualifizierten Menschen einstellen können, da es in den USA selbst einen Fachkräftemangel gibt." Einige deutsche Mitarbeiter hätten bereits aus den USA zurückkehren müssen, weil die Visa-Politik "restriktiver" gehandhabt werde, sagte sie am Donnerstag im SWR.

US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstag ein Dekret unterzeichnet, mit dem einheimische Unternehmen und Arbeitnehmer gestärkt werden sollen. Die Vergabe von Arbeits-Visa an hoch qualifizierte Ausländer soll demnach schärfer überwacht werden. Zudem ordnete Trump an, Gesetze zur Bevorzugung von US-Firmen bei öffentlichen Aufträgen strikt zu befolgen.

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