Kultur: So war das Konzert von Balbina im Heimathafen Neukölln

Die oft distanziert wirkende Pop-Dadaistin taut live on stage zur leidenschaftlichen Performerin auf.

Das ausverkaufte Tourfinale im Neuköllner Heimathafen ist ein Heimspiel für Balbina. Als sie drei Jahre alt war zog ihre Familie mit ihr aus Warschau in den Kiez. Hier wuchs Balbina Monika Jagielska, wie sie mit vollem Namen heißt, auf. Hier machte sie ihre ersten musikalischen Gehversuche. Aber eigentlich, so will Balbinas ganze Ästhetik einen glauben machen, kommt sie ja eigentlich von einem anderen Stern. "Gesamtkunstwerk" ist das Wort, das im Zusammenhang mit der Sängerin immer wieder fällt. Weil sie sich in ihren Videos als selbstbewusst seltsames Puppenwesen inszeniert, weil ihre steifen Kleider aussehen, als stammen sie aus einem veralteten 3D-Drucker oder direkt aus dem Skizzenbuch des Bauhaus-Künstlers Oskar Schlemmer. Weil sie Erich Kästner liebt und die deutsche Sprache benutzt, als befinde sie sich in einem Wortspiel-Workshop.

Als verträumte Pop-Dadaistin hat Balbina sich eine eigene Nische erschaffen, in der sie mit der naiven Tiefsinnigkeit eines Kindes alltägliche Dinge hinterfragt, die Bäume vor dem Fenster ebenso wie das Wesen der Zeit, mit staunenden Kulleraugen und dem Herz auf der Zunge. "Warum lassen Maiglöckchen den Kopf hängen/ Warum denken graue Zellen dass sie was denken?" singt sie in "Fragen über Fragen", dem Titelsong ihres neuen Albums, mit dem sie um viertel vor zehn auch das Berliner Konzert beginnt. Die 33-Jährige trägt eine Art gestreiftes Nachthemd, weiße Tennissocken und Turnschuhe mit Klettverschluss. Sie sieht aus, als hätte sie gerade nach...

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