Kultur: So war das Wohnzimmer-Konzert von Depeche Mode in Berlin

Der Gig der britischen Band, der nur für geladene Gäste zugänglich war, wollte nicht so recht in Fahrt kommen.

Die Nalepastraße führt vom Ostkreuz lang in Richtung Südosten, vorbei an Einfamilienhäusern. Dann macht sie einen Knick nach rechts, und dann kommt für einige Kilometer gar nichts. Bis sich die Schornsteine eines Heizkraftwerks in den Himmel schrauben wie die Kulisse eines Weltuntergangsfilms. Wenn man dann noch ein Stück weiter fährt kommt man zum ehemaligen Gelände des DDR-Rundfunks. Ein Retro-Spuk zwischen Geschichte, Verfall und Reaktivierung, direkt am Wasser gelegen. Kein schlechtes Setting für ein Konzert von Depeche Mode, die nicht nur vor der Wende schon in West-Berlin Platten aufgenommen haben – ihre Musik ist sehr grundsätzlich durchzogen von den Klängen der Industrie.

Dunkelheit herrscht auf dem Gelände des Funkhauses, nur ein paar magentafarbene Spots wurden aufgestellt, den Weg zum Sendesaal zu markieren. Dann biegt man um eine Ecke und steht mitten in einem Fuhrpark von Sendewagen, grell erleuchtet, als seien Außerirdische gelandet, um – schlecht getarnt – Depeche Mode zu lauschen, wie sie ihr 14. Album "Spirit" präsentieren. Außer ihnen sind nur geladene Gäste zugelassen, und Menschen, die das Glück hatten, eine Karte zu gewinnen. Ein intimer Rahmen also. 1000 Zuschauer. Für eine Band, die sonst das Olympiastadion füllt, ein Wohnzimmerkonzert. Dazu aber kommt paradoxerweise die ganze Welt: der Gig wird live in 360-Grad-Technik im Internet gestreamt.

Jubel bricht los, Handys werden gezückt

Im von Säulen flankierten Foyer sieht es aus wie auf einer Elektronik-Messe...

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