Kulturforum Berlin: Die Ausstellung, bei der eine Münze fehlt

Eine Ausstellung am Kulturforum betrachtet das Verhältnis von Kunst und Alchemie. Eine wichtige Münze fehlt aber.

Weltentrückt sitzt der Alchemist zwischen seinen Phiolen und jongliert – auf der Suche nach der Formel zur Herstellung von Gold – mit allerlei Sub­stanzen. Das Labor um ihn herum versinkt im Chaos, seine Kinder wirken leicht verrückt, Gehilfen laufen wild umher. Am Ende verarmt die ganze Familie, der Vater hat kein Gold gefunden. So abenteuerlich stellt ein Kupferstich von Philipp Galle nach einem Motiv von Pieter Bruegel dem Älteren 1558 das traurige Schicksal eines Alchemisten und seiner Angehörigen dar. Bei Spitzweg kommt der Alchemist um etwa 1860 hingegen recht biedermeierlich daher, sorgsam inspiziert er seine Apparate, alles ist sauber und ordentlich, von Chaos keine Spur. In einem kleinen Ölgemälde von Rembrandt ist der Alchemist – hier dargestellt als Faustus – ein erfolgreicher Geschäftsmann, der sorgsam seine Bücher führt. In jedem Fall ist diese schillernde Figur – Schöpfer und Demiurg, Scharlatan und Blender, geheimer Wissenschaftlicher und Kenner schwarzer Künste – bildwürdig geworden, ein gängiges Motiv in der bildenden Kunst.

Der Hermaphrodit vereint alle Gegensätze in sich

Der langen Tradition der Alchemie geht nun eine umfangreiche, sehenswerte Ausstellung im Kulturforum nach. Mit rund 200 Exponaten schlägt sie einen Bogen von der Antike bis heute und beleuchtet dabei vor allem das wechselvolle Verhältnis der Alchemie zur Kunst. Artefakte wie Ägyptisches Blau, das erste chemisch synthetisierte Pigment, Porzellan, Goldrubinglas oder Phosphor als Abfallprodukte ...

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