Testphase mit Handyscannern: Rewe testet den Supermarkt der Zukunft in Köln

Rewe testet den Supermarkt der Zukunft in Rodenkirchen.

Der regelmäßige Lebensmitteleinkauf kann schon manchmal nervig sein. Bevor die Milch zu Hause im Kühlschrank landet, muss der Karton immer wieder in die Hand genommen werden: aus dem Regal in den Einkaufswagen, dann von dort aufs Kassenband, bevor es zurückgeht in den Einkaufswagen. Schließlich noch in den Kofferraum und am Ende aus dem Auto in den Kühlschrank. Mit diesem Umladestress könnte jetzt Schluss sein. Im Rewe-Center in Rodenkirchen wird seit mehreren Wochen das sogenannte Smart-Shoppen getestet: Wer möchte, der kann seinen Einkauf mit einem Handscanner erledigen. Ab jetzt ist es möglich den Milchkarton, statt per fünfmaligem bereits per dreimaligem Umladen zu Hause zu haben. Einzige Voraussetzung ist eine Payback-Karte und Experimentierfreudigkeit.

Am Eingang des Rewe-Marktes an der Rodenkirchener Hauptstraße stehen derzeit zahlreiche Handscanner bereit. Beim Einloggen mit der Payback-Karte aktiviert diese einen Scanner, der sich mit Blinken bemerkbar macht. Und schon kann es losgehen. Das Prinzip ist ganz einfach: Den Handscanner auf den Barcode des Produkts richten, Abzug drücken und warten, bis es piept. Wenn ein grünes Licht Erfolg signalisiert, kann die Ware in den Einkaufswagen gelegt werden. Auf dem Scanner-Display erscheinen in einer Übersicht Produktname und Preis. Ganz unten steht die Gesamtsumme, so hat man das Volumen des Einkaufs stets im Blick.

Möchte man nur den Preis eines Produkts wissen, scannt man den Strichcode erneut und kann dann das Produkt wieder aus der Liste entfernen.

Der Scanner ist sehr leicht, sieht aus wie ein Smartphone und kann in der Halterung am Einkaufswagen befestigt werden. Trotz der geballten Technik ist er einfach zu bedienen. Insgesamt gibt es nur drei Knöpfe: einen zum Einlesen, einen zum Löschen und einen dritten zum Abrufen der Zwischensumme.

Zum Schluss geht es an den Schlangen der konventionellen Kasse vorbei zur Selbstbedienungskasse. Dort wird einfach nur noch die im Display des Scan-Geräts angezeigte Endsumme beglichen. Ein Hin- und Herpacken der Waren auf das Laufband ist nicht mehr nötig, das Anstehen entfällt. Schnell, einfach, praktisch.

Doch wo die einen eine Optimierung des Einkaufsprozesses sehen, sehen Kritiker massive Datenschutz-Probleme. Durch die digitale Erfassung werde der Kunde immer gläserner. Außerdem sei das System ein weiteres Rationalisierungs-Instrument und könne langfristig Arbeitsplätze gefährden.

Wie lange die Testphase im Rodenkirchener Rewe-Markt noch läuft, ob und wie diese technische Innovation von den Rodenkirchener Bürgern angenommen wird, welche Altersklassen zum schnellen Handscanner greifen und wie hoch die Diebstahlrate durch bewusst falsches Scannen ist, das ist derzeit noch ein Betriebsgeheimnis. Rewe wollte aktuell keine Auskunft zu dem Test und den Zukunftschancen des Systems geben.

Test von Innovationen

„Wir äußern uns grundsätzlich nicht zu frühen Testphasen von Techniken. Es werden permanent Innovationen auf ihre Praxistauglichkeit getestet, die wenigsten schaffen es in einen unternehmensweiten Einsatz“, so Thomas Bonrath, Pressesprecher der Rewe-Markt GmbH.

Auch die Rodenkirchener zeigen bisher noch Respekt vor dem neuen System, das sogenannte Smart-Shoppen ist noch die Ausnahme. Ein Run auf die Handyscanner sei bislang ausgeblieben, so ein Rewe-Mitarbeiter. Aber immerhin: Die jüngere Generation zeige Interesse und bewege sich so vor allem beim Bezahlen schon mal auf der Überholspur....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta