Kündigen ohne neuen Job? Das rät ein Karrierecoach

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Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Kündigung? Darf man den Schritt auch ohne Aussicht auf eine neue Stelle wagen? Oder ist es ratsamer, den aktuellen Job erst zu kündigen, wenn man den nächsten sicher hat?

man with resignation letter for quit a job to human resource manager.
Symbolbild: Getty Images

Viele Menschen sind – aus den unterschiedlichsten Gründen – unglücklich in ihrem Job. Zur Kündigung sehen sie zumeist keine Alternative. Doch was ist in diesem Fall ratsam? Sollen sie den aktuellen Job aufgeben, ohne Aussicht auf eine neue Stelle zu haben. Oder ist es besser, sozusagen den Ast erst loszulassen, wenn ein anderer schon in Griffweite ist? Einen Rat weiß der Karrierecoach Bernd Slaghuis.

Der Betreiber des Karriere-Blogs "Perspektivwechsel" hat sich dem Thema in einem Gastbeitrag für das Magazin Spiegel Online gewidmet. Konkret bezieht er sich auf den Fall einer 35 Jahre alten Frau, die offensichtlich unter ihrem Job leidet. Sie beginne "jeden Arbeitstag mit Magenschmerzen", zitiert Slaghuis die Betroffene. Sie sei "erschöpft" und wisse nicht, ob sie bei ihrem Arbeitgeber eine Zukunft habe. Zwar könnte sie es sich finanziell leisten, "einfach zu kündigen und eine Zeit zu überbrücken". Verschlechtere das aber nicht ihre "Chancen als Bewerberin"?

Antwort: Es gibt kein Patentrezept

Die Antwort des Experten: "Es gibt hierbei für mich kein pauschal gültiges Richtig oder Falsch." Zu individuell seien die Lebensläufe, die "Wechselmotivationen" sowie die Arbeits- und Lebenssituationen eines Arbeitnehmers, "um diese Entscheidung auf der Basis eines 'Das macht man so' -Ratschlags zu entscheiden". Abhängig von Faktoren wie der "persönlichen, familiären und finanziellen Lebenssituation", dem "kollegialen Umfeld" oder der "Führungskultur" im aktuellen Beruf könne für manche Betroffenen eine Kündigung ohne neue Stelle "zielführend" sein. Für andere sei sie hingegen "riskant" und "blockierend".

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"Manche Arbeitnehmer blühen förmlich auf, wenn sie gekündigt haben, frei sind und sich auf den Bewerbungsprozess konzentrieren können", schreibt Slaghuis. "Andere verfallen in Panik oder empfinden den Status der Arbeitslosigkeit als große Belastung. Einigen tut die freie Zeit zwischen zwei Jobs gut, anderen fällt die Decke auf den Kopf."

Phasen, in denen die Betroffenen sich in einem "Tal der Tränen" befänden, seien Teil des "Veränderungsprozesses", so der Karrierecoachs. Es sei "nicht zielführend, derart geschwächt panisch Bewerbungen zu verschicken und Absagen zu kassieren". Man müsse sich vielmehr "Zeit nehmen, um Kraft zu tanken", lautet sein Rat. "Wer wieder einigermaßen gestärkt und mit neugieriger Lust auf die Zukunft nach passenden Positionen Ausschau hält, wird nicht nur die Einladungsquote erhöhen, sondern kann auch selbstbewusst in die Gespräche mit Arbeitgebern gehen".

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