Kundin sauer auf Edeka wegen unterschiedlicher Preise

Gender Food sorgt für Ärger im Supermarkt

Überraschungseier
Ärger um Ü-Eier: Eine Kundin war über ihre Entdeckung in einem Supermarkt so verärgert, dass sie von Edeka eine schriftliche Stellungnahme verlangt. (Bild: Getty Images)

Beruhigende, leichte Tees und fruchtig-pinke Smoothie-Mischungen für Frauen, kräftige Nussmüslis und herbe "Herrenschokolade" für Männer: Mittlerweile findet man in Supermärkten und Discountern eine Menge maßgeschneiderte Produkte für Sie und Ihn. "Gender Food" ist nicht nur Nahrung. Die Produkte sind spezifisch auf das Konsum- und Ernährungsverhalten von Frauen und Männern abgestimmt und basieren häufig auf Geschlechterstereotypen. Ein Blick in die Süßigkeitenabteilung zeigt, dass die Prägung auf geschlechtsspezifische Nahrungsmittel schon früh beginnt: Ein typisches Beispiel dafür sind die Überraschungseier für Mädchen und Jungen des Unternehmens Ferrero. Die haben kürzlich für eine wütende Reaktion einer Kundin gesorgt. Sie verlangt daraufhin eine Stellungnahme des verantwortlichen Supermarkts.

"Das ist an Frechheit kaum noch zu toppen"

Wie die Münchner "TZ" berichtet, hat eine Kundin in Sachsen-Anhalt in einer Filiale des NP-Marktes (Discounter, der an Edeka angegliedert ist) eine Entdeckung gemacht, die sie öffentlich auf Facebook kritisiert. Wütend schreibt sie unter dem Namen Grit Richard: "Das ist an Frechheit kaum noch zu toppen, deshalb hab ich auch sofort Edeka schriftlich zur Stellungnahme aufgefordert." Sie habe festgestellt, dass die Riesen-Überraschungseier der Marke Kinder in einem Supermarkt mit unterschiedlichen Preisen versehen wurden: 9,49 Euro für die Mädchen-Version und 8,49 Euro für die Jungen-Version.

Unterschiedliche Preise für Jungen- und Mädchen-Produkt

Sie schildert detailliert die Situation im Verkaufsregal: "Die großen Überraschungseier waren farblich korrekt sortiert nach Jungen und Mädchen, es muss ja alles seine Ordnung haben und den verschiedenen Geschlechtern bestimmte Farben zugeordnet werden, ob diese Farbenzuordnung noch zeitgemäß ist, darüber ließe sich streiten." Kernpunkt ihrer Kritik ist folgender:

Die 'Jungen-Ü-Eier' kosten 8,49 Euro und die 'Mädchen-Ü-Eier' kosten 9,49 Euro. Und Junge und Mädchen wird explizit auf dem Preisschild benannt, es ist keine Erfindung von mir. Man könnte ja bei solchen Unterschieden denken, das eine Geschlecht ist mehr wert als das andere? Ist das der Grund, warum heute noch Frauen oft weniger verdienen als Männer, bei gleicher Arbeit. Ich habe für so etwas null Verständnis.

Viel Zustimmung aus dem Netz

Unter dem Post auf Facebook stößt die wütende Kundin auf viel Zustimmung: "Einfach nicht kaufen, die Menschheit verblödet!!!!", ist dort zu lesen. Eine Userin lobt den Einsatz von Grit Richards: "Öffentlich machen ist schon der erste Schritt, mal sehen ob Edeka dazu Stellung nimmt, bzw was für eine Rechtfertigung dafür kommt." Doch es gibt auch Stimmen, die keine böswillige Absicht bei der Preisgestaltung vermuten: "Ich gehe von einem Systemfehler aus, das ist niemals so gewollt!", versucht eine andere Facebook-Nutzerin einzulenken.

Das ist die Erklärung von Edeka

Edeka Minden-Hannover mittlerweile auf die Vorwürfe der Kundin reagiert. Offenbar handelt es sich bei der unterschiedlichen Auszeichnung tatsächlich nur um ein Versehen: "Die verschiedenen Preise der Maxi Ü-Eier sind auf einen menschlichen Fehler zurückzuführen. Bedauerlicherweise wurde bei der Produkterfassung im Kassensystem für "Jungen" Ü-Eier ein falscher Preis eingepflegt. Selbstverständlich kosten die Ü-Eier für Jungen und Mädchen gleich viel. Der Preis beträgt für beide Produkte je 9,49 Euro."