Kuwaits hippe Hijabis: Die neuen Modest Fashion-Ikonen erobern die Modewelt

Dina Torkia: Die gebürtige Ägypterin ist eine der bekanntesten Modest Fashion-Ikonen

Hip, Hipper, Hijabi. Ob hochgeschlossen oder locker gewickelter Turban: Kuwaits Modest Fashion-Ikonen rocken ihre Kopftücher und sind verdammt trendy.

Bloggerin und Musikerin Mona Haydar hat eine Hymne für Ladys mit Kopftuch produziert. „Hijabi“ heißt der Song, der auf YouTube in nur einer Woche eine halbe Million Klicks generierte. Hijabis, gerne auch Hijabistas, das sind Muslimas, die ihre Kopftücher rocken.

Mona Haydar und ihre Hijabi Ladys

Zur Huffington Post sagte Haydar: „Ich möchte junge Mädchen inspirieren und ermutigen. Sie sollen wissen, dass es ganz egal ist, wie sie sich entscheiden zu kleiden. Sie sind immer relevant und modern.“

Haydar hat bereits viele Fans – aber auch Kritik bekam der Song, gleich aus zwei Lagern: Sowohl westliche Feministinnen als auch konservative Muslime schlagen die Hände über dem Kopf zusammen. Wie können die sich durch einen Schleier so unterdrücken lassen, sagen die einen –  wie können die sich so zur Schau stellen, sagen die anderen; zumal Haydar im Video auch noch hochschwanger ist.

Ascia Al Faraj: Kuwaits stylishster Modest Fashion Star

Man kann es halt nicht allen Recht machen. Wir feiern den Clip und finden: Die Ladys sind echt stylish. Eine komplette Szene gibt es inzwischen, von sogenannten „Modest Fashion Icons“. Stil-Ikonen, die sich moderater und trotzdem modern kleiden. In London feierte erst kürzlich die erste „Modest Fashion Week“ Premiere – in Istanbul gibt es sie schon länger.

Wussten Sie’s? So trendy ist Kuwait

Eine Hochburg der Modest Fashion Icons ist Kuwait. Kopftuchzwang wie im angrenzenden Saudi-Arabien herrscht dort nicht, aber viele Frauen entscheiden sich trotzdem dafür. Stil-Ikonen wie Ascia Al Faraj, Make-Up-Artist Sondos Alqattan und die Stylistin Dalal AlDoub kommen aus dem kleinen Staat am Persischen Golf.

Ascia AKF: Jung, trendy und Muslima

Was ist das Geheimnis der Ladys? Sie sind nicht nur Fashion-Idole. Sie sind Vorbilder für eine ganze Generation junger, moderner Muslimas.

Die Zahlen sprechen für sich: Über zwei Millionen Follower haben die Ladys auf Instagram

Mit zwei Millionen Followern auf Instagram, ist Ascia Al Faraj – besser bekannt als Ascia AKF – sich absolut bewusst, welchen Einfluss sie hat. Vor einigen Monaten postete sie ein Bild auf Instagram, das einen Aufschrei in der arabischen Beauty-Szene verursachte. Warum? Sie trug kein Make-Up. Botox, aufgespritzte Lippen und angeklebte Wimpern haben die arabische Beauty-Landschaft lange geprägt. Al Faraj wollte sich gegen dieses vorherrschende Schönheitsideal wehren und erzielte mehr Kommentare als je zuvor. „Wunderschön – von innen und außen“, gratulierten ihre Follower.

Dalal AlDoub: Zwei Millionen folgen der Trendsetterin aus Kuwait auf Instagram

Kuwaits hippe Hijabis füllen nicht nur eine Nische. Sie erobern das ganz große Fashion-Business. Ob mit weiten Hosen oder langen Kimonos: Diese Ladys zeigen, das Mode nicht körperbetont sein muss, um trendy zu sein. H&M launchte 2015 ein Werbevideo, in dem auch ein Model mit Kopftuch zu sehen war.

Haters gonna hate

Junge muslimische Frauen können sich bestens mit den Modest Fashion Icons identifizieren, die dem eher konservativen Look einen modernen Touch verleihen. Natürlich gibt es auch dafür Kritik. Al Farajs Instagram Follower schreiben Dinge wie „Augenbrauen stylen ist haram“ – also im Islam nicht erlaubt.

Ascia AKF: So stylish ist Modest Fashion

Al Faraj trägt ein kleines Tattoo auf dem Handgelenk. Ebenfalls „haram“. „Widerlich!“ finden das manche – andere fragen sie, ob sie einen Tätowierer empfehlen kann, und über ihre Erfahrungen als Muslima mit Tattoo schreiben würde. Tja, haters gonna hate.

Wir sagen: Rock on, Girl. Man muss es nicht allen Recht machen. Das ist doch auch eine schöne Botschaft, an all die jungen Mädchen da draußen. (ah)

Fotos: @dinatokio, Screenshot/YouTube: Mona Haydar, @ascia_akf, @dalalid

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