Lacht Lawrow sich hier ins Fäustchen? Ungarn bittet um mehr Gas

Während viele EU-Mitgliedstaaten Alternativen zu Energie aus Russland suchen, beschreitet Ungarn einen Sonderweg. Bei einem Überraschungsbesuch in Moskau hat der ungarische Außenminister Péter Szíjjártó um zusätzliche Gaslieferungen an sein Land gebeten.

Szíjjártó traf seinen russischen Amtskollegen Sergej Lawrow und sagte im Anschluss: "Der Kauf von weiteren 700 Millionen Kubikmetern Erdgas zusätzlich zu den bereits unterzeichneten Verträgen ist notwendig, um die Energiesicherheit des Landes in den kommenden Monaten zu gewährleisten."

Lawrow: "Wir werden den Antrag prüfen"

Szijjártó zufolge ist Ungarn derzeit nicht in der Lage, die geforderte Menge an Erdgas anderswo als in Russland zu beschaffen. Lawrow gab keine klare Antwort darauf, ob Moskau der ungarischen Regierung eine Zusage geben wird: "Die systematische Umsetzung von Projekten im Zusammenhang mit dem Export russischer Kohlenwasserstoffe ist im Gange. Die Umsetzung der im letzten Jahr abgeschlossenen langfristigen Verträge über Erdgasexporte von Russland nach Ungarn liegt ganz im Interesse unserer Länder. Heute haben unsere Kollegen das Interesse der ungarischen Regierung am Kauf von zusätzlichem Gas in diesem Jahr gemeldet. Wir werden diesen Antrag unverzüglich prüfen."

Die EU wirft Ungarn schon länger vor, die Brüsseler Russlandpolitik teilweise zu torpedieren und gleichzeitig weiter die Nähe zu Russland zu suchen. Ministerpräsident Viktor Orban hat erst kürzlich die von ihm mitgetragenen EU-Sanktionen gegen Russland als schädlich für Europa kritisiert.

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