"Lage ist nicht unter Kontrolle": Karl Lauterbach fordert strenge 2G-Regel "flächendeckend"

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Karl Lauterbach sprach sich bei Maischberger für eine strenge 2G-Regelung aus. (Bild: ARD / Screenshot)
Karl Lauterbach sprach sich bei Maischberger für eine strenge 2G-Regelung aus. (Bild: ARD / Screenshot)

"Wir sind in einer absoluten Notlage", warnte Karl Lauterbach angesichts steigender Coronazahlen in der ARD-Talkshow "Maischberger. Die Woche". Der SPD-Gesundheitsexperte forderte eine flächendeckende 2G-Regelung mit strengen Kontrollen.

Die allerorts steigenden Corona-Fallzahlen sorgen auch in den deutschen Fernsehtalkshows für eine Art Déjà-vu. So etwa bei Sandra Maischberger, deren Sendung am Mittwochabend abermals im Zeichen der Pandemie stand - und mit Karl Lauterbach einen oft gesehenen Gast begrüßte. Diskutiert wurde bei "Maischberger. Die Woche" vor allem über die 2G-Regel - und damit auch über Impfquoten und die Frage, wie diese gesteigert werden können. "Wir können jetzt nicht so schnell impfen, wie die Leute den Impfschutz verlieren", sorgte sich Lauterbach.

Der SPD-Politiker warnte mit drastischen Worten: "Ich glaube, die Welle wird katastrophal werden". Die Delta-Variante sei "sechsmal so ansteckend. Wenn ich ein Drittel Ungeimpfte habe, dann erwischt es dieses Drittel ganz, ganz hart." Er wisse, dass er "dafür wieder beschimpft werde", spielte Lauterbach auf die Kritik an seiner Person an. Man sehe aber "dramatische Umstände", es sei noch kein Ende in Sicht. Der Mediziner griff zu drastischen Worten: "Wir sind in einer absoluten Notlage! Die Lage ist nicht unter Kontrolle!".

Karl Lauterbach und FDP-Politikerin Christine Aschenberg-Dugnus diskutierten in der ARD-Talkshow. (Bild: ARD / Screenshot)
Karl Lauterbach und FDP-Politikerin Christine Aschenberg-Dugnus diskutierten in der ARD-Talkshow. (Bild: ARD / Screenshot)

"Wir müssen 2G flächendeckend einführen, sofort"

Einen kleinen Seitenhieb gegen das ZDF verkniff sich die ARD-Sendung dabei nicht und blendete die 2500 Zuschauer bei Thomas Gottschalks "Wetten, dass...?"-Comeback vergangenen Samstag ein. Die seien alle geimpft, genesen oder PCR-getestet gewesen - "Ist das dann safe?", fragte sich Moderatorin Maischberger. Dies sei "sehr sicher", bestätigte Lauterbach, warnte aber sogleich, dass es "gefährlich" werde, wenn nur mit Antigentests getestet werde.

Für Lauterbach steht fest: "Wir müssen 2G flächendeckend einführen, sofort". Entscheidend dabei sei: "Das muss ganz streng kontrolliert werden", forderte der 58-Jährige und sprach sich für drastische Strafen aus: "Wenn beispielsweise ein Restaurant 2G nicht kontrolliert und fällt dann auf bei der Kontrolle - für sechs Wochen Schließung". Lauterbach weiter: "Ohne den Mut, ganz drastisch und auch mit harten Kontrollen flächendeckend 2G einzuführen, werden wir diese Welle nicht in den Griff bekommen."

"Nur mit 3G kommen wir aus dieser harten Welle nicht heraus"

Doch Lauterbach bekam bei Maischberger auch Gegenwind: 2G gebe "eine Scheinsicherheit", erwiderte FDP-Gesundheitspolitikerin Christine Aschenberg-Dugnus auf Lauterbachs Plädoyer für 2G. Weil Geimpfte das Coronavirus weitergeben könnten, hätte es bei vielen Veranstaltungen Ansteckungen gegeben, so die FDP-Frau, die sich für eine 3G-Regelung aussprach.

Dem entgegnete Lauterbach: "Nur mit 3G kommen wir aus dieser harten Welle nicht heraus". Gebe es bei einer 3G-Veranstaltung Ungeimpfte, sehe man die "dann zwei Wochen später auf der Intensivstation". Dies sei die "eigene Meinung von dem Kollegen Lauterbach", so Aschenberg-Dugnus. Die Politikerin verwies auf Gespräche mit Experten wie Hendrik Streeck, denen zufolge es "auch andere Einschätzungen" gebe.

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