Lambrecht fordert Umdenken beim Thema Frauenquote auch bei Staatsunternehmen

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Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD)

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) sieht beim Thema Frauenförderung auch deutsche Staatsunternehmen wie die Bahn in der Verantwortung. Auch dort müsse es mit Blick auf die Frauenquote ein Umdenken geben, sagte Lambrecht am Dienstag im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk. Sie gehe davon aus, dass die verbindliche Frauenquote für Vorstände, auf die sich die Koalitionsparteien im November geeinigt hatten, im kommenden Jahr Gesetz werde.

Lambrecht nannte es eine "Selbstverständlichkeit, dass hochqualifizierte Menschen, hochqualifizierte Frauen, die Chancen bekommen müssen, die sie verdienen". Sie sei immer wieder darüber "verwundert", dass man darum noch immer kämpfen müsse.

Kritikern der Frauenquote, die behaupteten, damit werde Geschlecht zu einem Kriterium bei der Stellenbesetzung gemacht, entgegne sie: "Jetzt endlich ist Qualität das entscheidende Kriterium und das Geschlecht spielt keine Rolle mehr. Ich glaube, Frauen haben deutlich bewiesen, dass sie sehr wohl in der Lage sind, auch Aufgaben in Vorständen, in Aufsichtsräten zu übernehmen."

Auch in der Politik wünsche sie sich mehr Chancen für Frauen, sagte Lambrecht weiter. Sie hoffe, dass in der nächsten Bundesregierung "mindestens so viele Frauen wie Männer vertreten sind."

Die SPD-Politikerin rechnet mit einem Kabinettsbeschluss zur Frauenquote noch im Januar 2021. "Dann wird es ins parlamentarische Verfahren gehen, sodass wir im Sommer dieses wichtige Verfahren in dieser Legislaturperiode noch abschließen können."

isd/fwe