Landgericht Essen verkündet Urteil im «Tempelbomber»-Prozess

Die Spuren des Bombenanschlags auf das Gebetshaus der Sikh-Gemeinde in Essen sind noch immer zu sehen. Foto: Roland Weihrauch

Knapp ein Jahr nach dem Bombenanschlag auf einen Tempel der Religionsgemeinschaft der Sikhs in Essen verkündet das Landgericht heute (9.00 Uhr) sein Urteil. Angeklagt sind drei zur Tatzeit 16 Jahre alte Jugendliche.

Sie sollen laut Staatsanwaltschaft als radikalisierte Muslime geplant haben, «Ungläubige» zu töten.

Vor einer Eingangstür des Tempels war am 16. April 2016 ein mit Sprengstoff gefüllter Feuerlöscher explodiert. In dem Gebäude erlitt ein Priester Brandverletzungen und einen offenen Bruch am Fuß, zwei Gemeindeglieder trugen Schnittverletzungen davon. Erst kurz vorher war in dem Saal eine indische Hochzeit mit vielen Gästen gefeiert worden.

Die Anklage wirft den inzwischen 17-Jährigen versuchten Mord vor. Hinzu kommen gefährliche Körperverletzung, Herbeiführen einer Explosion und Sachbeschädigung als Tatvorwürfe. Die Staatsanwaltschaft hat Jugendstrafen zwischen sechseinhalb und siebeneinhalb Jahren gefordert, für einen Angeklagten mit dem Vorbehalt der Sicherungsverwahrung. Sollte das Gericht diesem Vorbehalt zustimmen, wird nach der abgesessenen Strafe überprüft, ob von dem jungen Mann weiterhin «schwerwiegende Straftaten» ausgehen können.

Wie der gesamte Prozess findet auch die Urteilsverkündung unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Mitteilung des Gerichts vom 15. März 2017 zur Urteilsverkündung

Mitteilung des Gerichts vom 20. Oktober 2016 zu den Tatvorwürfen

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