Landgericht Köln: Betrügerin zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt

Die Männer wurden wegen räuberischer Erpressung und Körperverletzung verurteilt.

Wegen Betrugs mit dem so genannten Enkeltrick hat das Kölner Landgericht am Montag einen 41-Jährigen zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. In sechs von 23 angeklagten Fällen sei erwiesen, dass er als Mitglied einer bundesweit tätige Bande gezielt alte Menschen um Erspartes gebracht habe.

Die Masche: Mit Hilfe eines Computerprogramms durchsuchten die Betrüger gescannte Telefonbücher nach Vornamen, die auf ein höheres Alter schließen ließen, und filterten so potenzielle Opfer heraus; meist waren sie weit über 70 Jahre alt. Dann rief eine Frau die Senioren an, gab sich als Verwandte, etwa als Nichte, aus, tat so, als sei sie in einer Notsituation, und bat um finanzielle Hilfe. Das Bargeld holte kurz darauf ein Bote ab.

In einem Fall erbeutete die Bande 6000 Euro

In einem Fall brachte die Bande ein 92-jährige Frau, die im Rollstuhl sitzt und am Telefon sagte, sie könne nicht aus dem Haus und zum Bankautomaten gehen, um ihren Schmuck, den sie statt Gelds angeboten hatte. In einem anderen Fall erbeuteten die Täter von einem 82-Jährigen in Deutz 6000 Euro.

Der 41-Jährige, der in Schweden gefasst wurde, hatte nach Überzeugung des Gerichts die Aufgabe, die Boten zu rekrutieren und die Beute zu verteilen. In das Strafmaß ist ein Urteil in einem anderen Verfahren um gleichartige Fälle einbezogen. (cs)

Was die Kommissarin rät: Einige Praxis-Tipps von Angelika Platthaus

Klaren Kopf bewahren: „Bei Anrufen mit Gewinn-Mitteilungen sollten Sie sich zu allererst fragen: Habe ich überhaupt irgendwo mitgespielt?“ so Platthaus. Nur dann könne man ja etwas gewonnen haben. „Und wenn Vorkasse ins Spiel kommt, sollten alle Alarmglocken bei Ihnen schrillen. Seriöse Lotto- oder Gewinnspielfirmen verlangen nie eine Vorauszahlung auf irgendeinen Gewinn.“

Persönliche Daten: Eines hätten „Enkeltrick“, dubiose Gewinnanrufe und falsche Polizisten an der Tür gemeinsam. „Die Täter suchen sich ihre Opfer gern per Telefonbuch. Ein wunderbares Hilfsmittel, darin stehen viele alt klingende Vornamen, oft sogar mit Adresse.“ Letztere habe dort nichts zu suchen. Den Vornamen solle man abkürzen lassen – oder auf den Eintrag ganz verzichten. Sensible Daten, vor allem die Bankverbindung, nie am Hörer preisgeben.

Rat holen: Eine generell gute Strategie ist es bei Zweifeln aller Art, eine Vertrauensperson einzuweihen oder anzurufen. „Wenn Sie gar nicht mehr weiterwissen, fragen Sie uns“, bot die Polizistin an.

Skepsis an der Tür: Die goldene Regel: „Lassen Sie nur Handwerker herein, die Sie selbst bestellt haben!“ Behaupte er, im Auftrag des Vermieters zu kommen, solle man jenen fragen – und die Nummer selbst heraussuchen! Bei Polizei an der Tür hilft ein Anruf auf der Wache. Ohne weiteres ist niemand verpflichtet, Beamte herein zu lassen. Eine Tür-Kette schützt vor Aufdrücken mit Gewalt. (bes)

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