Landgericht Karlsruhe korrigiert Urteil in Staufener Missbrauchsfall

Das Landgericht Karlsruhe hat ein weiteres Urteil im Missbrauchsfall von Staufen gefällt. Ein 45 Jahre alter Mann aus Schleswig-Holstein wurde in einem Revisionsverfahren zu sechs Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte. Wegen einer schweren Störung der sexuellen Präferenz wird der gelernte Elektriker in einer psychiatrischen Klinik untergebracht.

Dem einschlägig vorbestraften Mann wird vorgeworfen, im Zusammenhang mit dem Fall von jahrelangem Missbrauch eines Jungen in Staufen zum Täterkreis gehört zu haben. Der Elektriker aus Schleswig-Holstein reiste zum sexuellen Missbrauch des damals neunjährigen Jungen nach Karlsruhe wo er von der Polizei festgenommen wurde. Die Haupttäter, die Mutter des Jungen sowie ihr Lebensgefährte, waren zu diesem Zeitpunkt jedoch schon festgenommen worden.

Der Mann wurde bereits im Juni 2018 vom Landgericht Karlsruhe zu einer achtjährigen Haftstrafe und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil 2019 aber teilweise auf, weil das Gericht eine verminderte Schuldfähigkeit nicht ausgeschlossen hatte. Im Revisionsverfahren musste nun über das Strafmaß neu entschieden werden. Im zweitägigen Verfahren wurde ein Gutachter gehört, der dem Mann eine verminderte Schuldfähigkeit attestierte.

Der Missbrauchsfall von Staufen hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Die Mutter des Jungen und ihr Lebensgefährte, ein bereits vorbestrafter pädosexueller Mann, hatten den Jungen über zwei Jahre im Internet zum sexuellen Missbrauch angeboten und auch selbst missbraucht. Sie wurden vom Landgericht Freiburg 2018 zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.