Landwirtschaftsminister Schmidt will Kennzeichnung von Eiern ausweiten

Kennzeichnungspflicht gilt nicht für gekochte Ostereier

Kurz vor Ostern hat sich Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) für eine Ausweitung der Kennzeichnung von Eiern ausgesprochen. "Ich empfehle den Unternehmen, auch bei gekochten und gefärbten Eiern die Art der Hühnerhaltung anzugeben", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe vom Samstag mit Blick auf die Ostereier. Die Grünen warfen Schmidt vor, statt zu handeln nur Ankündigungen zu machen und Empfehlungen zu geben.

Bislang ist nur für rohe Eier eine Kennzeichnung vorgeschrieben, ob sie aus Freiland-, Boden- oder Käfighaltung oder aus ökologischer Erzeugung kommen. Dies hat sich nach Auffassung Schmidts auch bewährt, denn "die Verbraucher haben ein hohes Bewusstsein für die Herkunft von Eiern".

Der Berliner Grünen-Politiker Turgut Altug forderte von der Bundesregierung eine entsprechende Gesetzesänderung, um eine Kennzeichnung von Eiern auch in verarbeiteten Lebensmitteln zu erreichen. Die Lebensmittelindustrie nutze Eier aus der Käfighaltung, um möglichst billig Produkte wie Nudeln, Kekse oder Eis zu produzieren, obwohl Eier ohne Käfighaltung meist nur ein paar Cent mehr kosten würden, kritisierte Altug.

Wer zu Ostern Eier ohne Käfighaltung kaufen möchte, sollte "kein Ei mit der Drei" in den Einkaufswagen legen, erklärten die Grünen weiter. Denn die mit dieser Nummer markierten Eier wurden von Hühnern gelegt, die in Käfigen leben müssen. Die Zahl Zwei stehe für Boden-, die 1 für Freiland- und 0 für die Bio-Haltung.

Fortschritte sieht Schmidt nach eigenen Angaben unterdessen bei dem Versuch, das immer noch verbreitete Schreddern männlicher Küken zu vermeiden. "In diesem Jahr erfolgt der Einstieg in den Ausstieg", sagte der Agrarminister. Geplant ist, in Zukunft das Geschlecht der Küken schon im Ei zu bestimmen und männliche Küken gar nicht erst auszubrüten. Die Hähne fallen nicht nur für die Eierproduktion aus, sondern sind auch für die Fleischerzeugung weniger geeignet als Hennen.

"Um für die Verbraucher und die Tiere Verbesserungen zu erzielen, sollte Schmidt aufhören, Empfehlungen auszusprechen und seinen Job als Minister tun", erklärte dazu der Grünen-Agarexperte Friedrich Ostendorff. So verweigere er bislang konkrete Maßnahmen. Ostendorff wies darauf hin, dass auch die von Schmidt gelobte Kennzeichnungspflicht für rohe Eier von der früheren Landwirtschaftsministerin Renate Künast (Grüne) gegen den Widerstand der Union durchgesetzt worden sei.

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