Langschläfer haben 2 entscheidende Vorteile gegenüber Frühaufstehern — sagen Wissenschaftler

Lisa Schönhaar
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„Early to bed, early to rise makes a man healthy, wealthy, and wise“, hat Benjamin Frankling gesagt.

Wer also früh zu Bett geht und auch früh aufsteht, soll gesund, reich und weise werden. Oder wie der deutsche Volksmund etwas weniger poetisch sagt: „Morgenstund hat Gold im Mund“.

So oder so, die Redensart wurde vielen Menschen so sehr eingebläut, dass die Aussage dahinter beinahe schon als unumstößliche Tatsache angesehen wird: Nur wer ein Frühaufsteher ist, bekommt wirklich etwas geleistet, ist glücklich, zufrieden und gesund. 

Dabei gibt es viel mehr Menschen, die lieber spät zu Bett gehen und dafür später aufstehen. Eulen nennt man diesen Typus. Das Pendant dazu, die Lerchen, sind als Frühaufsteher deutlich in der Unterzahl.

Auf die innere Uhr der Mehrheit ist unsere Gesellschaft allerdings überhaupt nicht ausgerichtet. Das Arbeitsleben, die Schule — alles beginnt eigentlich zu früh. Das führt zu einem chronischen Schlafdefizit, zu einer Art sozialem Jetlag.

Ob wir Frühaufsteher oder Langschläfer sind, ist genetisch bedingt

Das macht sich dann gerne am Wochenende bemerkbar, wenn der vorherrschende Gedanke ist: Endlich Wochenende, endlich länger schlafen und das Defizit aufholen. Für etwa fünf Sechstel der Bevölkerung wäre es eigentlich optimal, wenn sie zwischen halb zwölf und halb drei in der Nacht zu Bett gehen könnten, um dann entsprechend erst zwischen halb acht und zehn Uhr morgens wieder aufzustehen.

Daran lässt sich aus eigener Kraft auch nichts ändern, denn diese Unterschiede sind genetisch bedingt. Genau deshalb fällt es diesen Menschen auch so schwer, sich an die gesellschaftlichen Anforderungen anzupassen. Allerdings sind wir am Anfang unseres Lebens, genau genommen meist bis zur Pubertät, alle eher Lerchen. Dann verwandeln wir uns bis zum 25. Lebensjahr eher zu Eulen, werden spät müde und kommen morgens nicht mehr früh aus dem Bett. 

Eine Studie zeigt nun, dass Eulen zu unrecht einen schlechteren Ruf haben als Lerchen. Wer spät ins Bett geht und dementsprechend später aufsteht, hat nämlich auch Vorteile gegenüber Frühaufstehern:

1. Langschläfer sind weltoffener

Die Studie der Wissenschaftlerin Anastasiya Lipnevich der City University des New York's Graduate Center ergab, dass besonders weltoffene Menschen überwiegend Abendmenschen sind. Dafür bearbeiteten die Forscher um Lipnevich 44 Hauptstudien und Daten von insgesamt 16.647 Teilnehmern. 

2. Langschläfer neigen weniger zu Neurotizismus

Eine weitere Erkenntnis der im Journal of Personality and Social Psychology veröffentlichten Studie: Morgenmenschen sind deutlich anfälliger für Neurotizismus. Das mittlerweile anerkannte Persönlichkeitskonzept bildet zusammen mit Extraversion, Verträglichkeit, Offenheit und Gewissenhaftigkeit die Big Five der Persönlichkeitseigenschaften. Typisch für Neurotizismus sind unter anderem Launenhaftigkeit, Reizbarkeit und eine starke Sensibilität gegenüber Stress. 

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Wer also ein Langschläfer ist, der steht der Welt vermutlich nicht nur offener gegenüber, er ist vermutlich auch resistenter gegen Stress und allgemein ausgeglichener. 

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