Lasso erkennt Sieg von Moreno bei Präsidentschaftswahl in Ecuador nicht an

Guillermo Lasso

Nach der Präsidentschaftswahl in Ecuador will der rechtskonservative Kandidat Guillermo Lasso den Sieg seines linksgerichteten Kontrahenten Lenín Moreno nicht anerkennen. Er könne die offiziellen Wahlergebnisse "nicht akzeptieren, weil sie nicht dem Volkswillen entsprechen", sagte Lasso am Montag bei einer Pressekonferenz in Quito. Er werde das Ergebnis anfechten, sobald es offiziell verkündet werde.

Zuvor hatte Lasso bereits gesagt, sein Wahlkampfteam habe Beweise für eine versuchte Manipulation der Wahlergebnisse. Nach Auszählung von 99,29 Prozent der Stimmen der Stichwahl vom Sonntag kam der ehemalige Banker und Ex-Wirtschaftsminister nach offiziellen Angaben auf 48,84 Prozent der Stimmen, Moreno errang demnach 51,16 Prozent.

Der bisherige Vizepräsident Moreno hatte sich bereits am Sonntag von Anhängern in Quito als Sieger feiern lassen. Am Montag sagte er in Quito vor rund 2000 Anhängern, er wolle nach seinem für den 24. Mai geplanten Amtsantritt der "Präsident von allen" in Ecuador sein. Dies gelte aber vor allem für die "Armen des Vaterlandes".

Moreno will den Kurs von Staatschef Rafael Correa fortsetzen, der mit seinem "Sozialismus des 21. Jahrhunderts" zehn Jahre lang die Politik des südamerikanischen Landes geprägt hatte.

Auf den 64-jährigen Moreno, der seit einem bewaffneten Überfall im Jahr 1998 im Rollstuhl sitzt, waren in der ersten Wahlrunde Mitte Februar 39 Prozent der Stimmen entfallen. Der 61-jährige Oppositionsführer Lasso kam auf 28 Prozent. In den Umfragen vor der Stichwahl hatte Moreno mit 52 bis 57 Prozent in Führung gelegen.

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