In Lausanne wacht erstmals eine Frau nachts über die Stadt

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Die Kathedrale von Lausanne (AFP/Fabrice COFFRINI)

In Lausanne wacht erstmals seit mehr als 600 Jahren eine Frau nachts über die Stadt. Cassandre Berdoz arbeite seit Mitte August als Aushilfs-Nachtwächterin und breche damit die seit dem Jahr 1405 bestehende Tradition eines männlichen Nachtwächters, teilte die Stadt am Genfersee am Donnerstag mit. Auf diesem Posten muss Berdoz nachts stündlich die aktuelle Uhrzeit vom Turm der Kathedrale rufen.

Berdoz freute sich über ihre Aushilfstätigkeit: "So lange ich zurückdenken kann, fasziniert mich diese Tradition und ich wollte immer Nachtwächterin sein", erklärte die junge Frau.

Als Nachtwächterin ist es nun ihre Aufgabe, jeden Abend in den Glockenturm der Kathedrale von Lausanne hinaufzusteigen. Von dort muss die Wächterin zwischen 22.00 Uhr und 02.00 Uhr morgens - einen schwarzen Hut auf dem Kopf und eine Laterne tragend - die aktuelle Uhrzeit ausrufen.

Während der Job der Nachtwärterin heute vor allem der Traditionspflege dient, hatte er im Mittelalter eine große Bedeutung für die Stadtbewohner. Da ein Feuer für die aus Holz gebauten Städte eine große Gefahr darstellte, patrouillierten Nachtwächter durch die Straßen. Die Wächter im Kirchturm hatten die Aufgabe, Alarm zu schlagen, sobald sie Rauch sah. Lausanne ist nach eigenen Angaben eine von 63 europäischen Städten, die noch Nachtwächter beschäftigt.

mbn/bfi

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