Lebenslange Haft für tödliche Schüsse in Nürnberger Südstadt

Im Prozess um tödliche Schüsse in der Nürnberger Südstadt hat das Landgericht Nürnberg-Fürth den Angeklagten zu lebenslanger Haft wegen Mordes verurteilt. Außerdem erkannte das Gericht bei dem Mann auf besondere Schwere der Schuld. (INA FASSBENDER)
Im Prozess um tödliche Schüsse in der Nürnberger Südstadt hat das Landgericht Nürnberg-Fürth den Angeklagten zu lebenslanger Haft wegen Mordes verurteilt. Außerdem erkannte das Gericht bei dem Mann auf besondere Schwere der Schuld. (INA FASSBENDER)

Im Prozess um tödliche Schüsse in der Nürnberger Südstadt im Oktober 2022 hat das Landgericht Nürnberg-Fürth den Angeklagten am Donnerstag zu lebenslanger Haft wegen Mordes und versuchten Mordes verurteilt. Außerdem erkannte das Gericht bei dem 29 Jahre alten Mann auf eine besondere Schwere der Schuld, was eine vorzeitige Haftentlassung nahezu ausschließt. Das Gericht folgte damit der Staatsanwaltschaft, die Verteidigung sah in der Attacke dagegen eine Notwehrtat.

Das Gericht sah bei dem Mann Heimtücke als Mordmerkmal erfüllt, wie eine Gerichtssprecherin sagte. Die besondere Schwere der Schuld begründete die Kammer demnach vor allem mit zwei Feststellungen. So habe der Angeklagte gewusst, dass der von ihm erschossene Mann bereits Vater eines kleinen Kinds war und seine Frau ein zweites Kind erwartete. Außerdem habe er nach der Tat Zeugen gegenüber geäußert, dass er sein Werk noch vollenden wolle - also auch den Mann noch töten wolle, der die Schussattacke überlebte.

Die drei Männer waren ursprünglich befreundet und machten miteinander Geschäfte, darunter womöglich auch illegale. Als Motiv nahm das Gericht verletzten Stolz an, weil sich die beiden Schussopfer irgendwann von dem Angeklagten abgewendet hatten. Daraufhin habe er die Tat geplant.

Am 24. Oktober 2022 verabredeten sich die Männer zu einem Treffen in einer Gaststätte in der Nürnberger Südstadt. Dabei gab der Angeklagte nach Überzeugung des Gerichts mit Absicht Schüsse ab, durch die ein 30-jähriger Mann getötet wurde. Der zweite Mann konnte dem Angreifer trotz einer Schussverletzung die Waffe abnehmen, er überlebte.

Der Todesschütze konnte zunächst fliehen. Er wurde drei Monate nach der Tat von der Polizei in einem Hotel im italienischen Rimini überwältigt und dann nach Deutschland ausgeliefert.

ran/cfm