Lebenspartnerin des chilenischen Präsidenten gibt alle offiziellen Aufgaben ab

Die Lebenspartnerin des chilenischen Präsidenten Gabriel Boric ist von allen ihren offiziellen Rollen in der Regierung zurückgetreten. Irina Karamanos sagte am Donnerstag bei einer Zeremonie in der Hauptstadt Santiago, sie wolle sich nun wieder ihrer beruflichen Weiterentwicklung widmen und ihre Aktivitäten in der Regierungspartei Convergencia Social verstärken. Die 33-jährige ist Anthropologin und Soziologin. Sie hat in Heidelberg studiert.

Karamanos sagte, dass sie die "neue Etappe" mit "viel Stolz" angehe. Zugleich kündigte sie an, dass sie die Regierung und "den Präsidenten, meinen Gefährten Gabriel Boric", weiter unterstützen werde. Boric begrüßte den Schritt seiner Partnerin. Er nannte ihn einen "wichtigen Fortschritt" bei der Modernisierung der chilenischen Institutionen.

Karamanos hatte nach Boric' Amtsantritt im März im Präsidialamt die Aufgabe der "soziokulturellen Koordinatorin" übernommen. In dieser Funktion leitete sie sechs soziale Stiftungen. Karamanos hatte ihr eigenes Personal und ihr eigenes Büro im Präsidentenpalast. Schon bei der Übernahme dieser Aufgaben hatte Karamanos jedoch angekündigt, die Rolle der "Primera Dama" umzuwandeln und einer "zeitgenössischen Sichtweise" anpassen zu wollen.

Ihr Lebenspartner, der linksgerichtete frühere Studentenanführer Boric, ist mit seinen 36 Jahren der jüngste Staatschef in der Geschichte des südamerikanischen Landes.

dja/se