Leere Kitas, volle Läden: Wo die Kölner ihre Osterferien verbringen

Die Einzelhändler freuen sich über die Shoppinglaune der Kölner.

Wolken, trocken, zwischendurch immer mal wieder Sonnenschein – der erste Tag der Osterferien war eher wechselhaft. Während zahlreiche Kölner die Koffer packten, um der Großstadt zu entfliehen und den Urlaub an sonnigeren Orten zu genießen, blieben andere zu Hause und verbrachten den Montag beim Shopping oder im Zoo. Wo genau wird es gerade in den Ferien eng in der Stadt? Und welche Plätze werden zu Orten der Stille? Wir haben uns umgesehen.

Verkehr

Traditionell ist zu Ferienzeiten wenig los auf den Kölner Straßen. Denn viele verlassen die Stadt und machen Urlaub außerhalb. Doch „wenig los“ bedeutet in Köln nicht unbedingt „leer“. Sondern eher: „mal nicht so voll“. Das bestätigt auch Jürgen Müllenberg, Pressesprecher der Stadt Köln: „Der Berufsverkehr war flüssig und auch sonst gab es heute keine größeren Probleme durch zu viele Fahrzeuge.“

Das geringe Verkehrsaufkommen wirkt sich auch positiv auf die Busse und Bahnen der KVB aus. „Es ist entspannt, da die Schüler Ferien haben und nicht mit der Bahn fahren“, erklärt Sprecherin Gudrun Meyer. Gerade zu den Stoßzeiten zwischen 7 und 8 und zwischen 13 und 14 Uhr seien die Fahrzeuge nicht so voll wie sonst gewesen. „Und das wird auch die gesamte Ferienzeit so bleiben“, sagt Meyer.

Kindergärten

Vor allem in den Kindertagesstätten merkt man, dass Osterferien sind. „Wir haben bestimmt 20 Kinder weniger als sonst hier“, sagt Eva-Maria Ruckes vom Katholischen Kindergarten St. Heribert in Deutz: „Obwohl es anfänglich nur drei oder vier Kinder gab, die sich abgemeldet hatten.“

Oft seien es Familien, bei denen wider Erwarten Geschwisterkinder oder Großeltern zu Hause blieben – und die ihre Kinder dann kurzentschlossen doch während der Osterferien nicht in die Kita schickten.

Einzelhandel

Gut gefüllt waren dagegen die Einkaufsstraßen in der Innenstadt. Die Einzelhändler freuten sich über gute Geschäfte. „In dieser Gegend ist ja immer viel los“, sagt Hans Gerd Weber, der seit 1971 bei Foto Lambertin am Wallrafplatz arbeitet.

Fotofreunde gehen einkaufen

Am ersten Montag der Ferien aber seien noch mehr Kunden in das Foto-Geschäft geströmt als ohnehin schon. Vor allem merke man, dass mehr junge Menschen und Familien kommen. Für die nächsten Tage erwartet Weber weiter gute Geschäfte. Vor allem Gründonnerstag werde wohl stressig.

Auch im Bekleidungsgeschäft Colonia, ebenfalls auf dem Wallrafplatz herrschte viel Betrieb. „Deutlich mehr Kunden als an einem Montag außerhalb der Ferien“ hat Yosra Toma schon bedient. Neben Kunden aus der Region seien spürbar mehr Touristen im Geschäft. Unter anderem Inder und Chinesen hätten am Montag schon Jeans und T-Shirts gekauft.

Für die kommenden zwei Wochen erwartet Toma noch einmal mehr Umsatz. Auch bei RS-Möbel in Ehrenfeld gibt es zu Ferienzeiten mehr Kunden. Inhaber Thomas Sesterhenn sagt allerdings: „Die Hauptsaison für das Möbelgeschäft ist die Weihnachts- und Herbstzeit.“

Brauhaus

So richtig voll werde es zwar wohl erst am Wochenende, aber auch am ersten Ferientag sei im Brauhaus Gaffel am Dom schon viel los gewesen, erzählt Olaf Grah. Er arbeitet dort seit sechs Jahren als Köbes. Der Betrieb in den Ferien habe sich in dieser Zeit immer sehen lassen können, sagt Grah.

Die Stammgäste, die im Urlaub weilten, würden durch viele Touristen kompensiert, die in den Ferientagen nach Köln kommen. Nur in den Sommerferien sei das Brauhaus meist weniger gut besucht. „Es hängt immer vom Wetter ab. Bei Sonnenschein sitzen die Menschen lieber draußen. Dann ist hier weniger los.“ Geöffnet hat das Gaffel an allen Tagen – gehofft wird wohl auf Regenwetter.

Taxis

Über die leeren Straßen freuen sich zwar die Taxifahrer. „30 bis 40 Prozent weniger Autos sind unterwegs. Man kommt viel schneller durch“, sagt etwa Wolfgang Giels, der nach sieben Stunden eine kurze Pause vor der Kreuzblume am Dom einlegt.

Aber zu Beginn der Osterferien bleiben auch die Kunden weg. „Wir haben fast so wenig zu tun wie in den Sommerferien“, sagt Giels weiter. Seit 35 Jahren fährt Giels Taxi in Köln.

Schwierige Zeiten für Taxifahrer

Ohnehin liefen die Geschäfte immer schlechter, sagt er – auch weil die Fahrten immer teurer würden. Doch die fehlende Kundschaft in den Ferien schlage schon erheblich zu Buche. In den vergangenen Jahren habe es Tage in den Osterferien gegeben, an denen er nicht mehr als 15 bis 20 Euro brutto verdient habe.

„Da hätte ich besser zu Hause gesessen und auf die Möbel aufgepasst“, sagt der Taxifahrer. Für dieses Jahr befürchtet Giels eine ähnliche Flaute – und hat sich deswegen ab Karfreitag freigenommen.

Kölner Zoo

Es sei derzeit „richtig viel los“, stellt Christoph Schütt vom Kölner Zoo fest. Neben dem guten Wetter machten die vielen Tiergeburten derzeit den Zoo noch interessanter für die Besucher.

Zoo ist super besucht

Vergangenen Sonntag sei der Zoo mit etwa 12.000 Besuchern überdurchschnittlich gut besucht gewesen. Dass „Elefantentag“ war, habe da bestimmt auch eine Rolle gespielt.

Es gab viele Erklärungen und spezielle Führungen zu den grauen Dickhäutern. Laut Schütt verändere sich die Klientel in den Ferien nicht allzu sehr. Allerdings merke man, „dass sich jetzt die Väter auch mal Zeit nehmen“.

Rheinschifffahrt

Die touristische Personenschifffahrt auf dem Rhein ist von den Osterferien ebenfalls betroffen – und vom Wetter abhängig. Angelika Schmitz, Geschäftsführerin der „Kölntourist Personenschifffahrt“, weiß, dass in den Ferien die verbindlichen Vorabbuchungen von größeren Personengruppen wie Vereinen zurückgehen.

Spontane Rundfahrt auf dem Rhein

Man sei dann mehr auf Einzelpersonen und Familien angewiesen, die sich eher spontan für eine Rundfahrt auf dem Rhein entscheiden. Bei schlechtem Wetter sei das Interesse geringer, sodass das Geschäft dann stark von den Witterungsverhältnissen abhänge.

Bei den angenehmen Temperaturen am vergangenen Wochenende aber habe es viel spontane Laufkundschaft gegeben: „Wir konnten sogar mit zwei Schiffen auslaufen.“

Hotels

Laut Daniela Thoben vom „Eden Hotel Früh am Dom“ ändert sich die Auslastung ihres Hotels in den Osterferien kaum. Grundsätzlich ließe sich aber festhalten: „Aus Businessgästen werden Feriengäste.“

Zudem seien die Gäste durch die zentrale Lage des Hotels tagsüber häufig in der Stadt unterwegs, egal ob sie beruflich oder privat in Köln sind. Lange Aufenthalte seien eher selten. „Die meisten bleiben nur einige Tage.“

Schokoladenmuseum

„Die Oster- und Herbstferien sind erfahrungsgemäß sehr besucherstarke Wochen. Die Menschen kommen vermehrt zu uns“, sagt Klaus Schopen vom Schokoladenmuseum.

Zudem sei das Ferienpublikum anders zusammengesetzt: Viele Großeltern mit Enkelkindern, aber auch Einzelpersonen. Das Museum stelle sich auf den Besucherstrom ein: Seit diesem Montag hat es täglich geöffnet.

Besucherzahlen wetterabhängig

Allerdings seien die Besucherzahlen ebenfalls wetterabhängig: Bei gutem Wetter stehe man in Konkurrenz mit anderen Freizeitangeboten. Bemerkbar sei dies auch am vergangenen Wochenende gewesen.

So besuchten am Samstag etwa 2200 Menschen das Schokoladenmuseum, am sonnigen Sonntag waren es dagegen nur rund 1700 Besucher....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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