Legionellen: Das musst du wissen und beachten

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Legionellen sind Umweltkeime, die man in geringer Anzahl immer im Grundwasser und in Oberflächengewässern findet. Gefährlich werden sie erst, wenn sie sich in einem bestimmten Temperaturbereich vermehren und beispielsweise beim Duschen auf den Menschen übertragen.

Legionellen werden erst gefährlich, wenn du sie einatmest. Das kann beispielsweise beim Duschen passieren. (Bild: Getty Images)

Legionellen befinden sich im Trinkwasser, sind aber nicht gefährlich, wenn du das Wasser aus dem Hahn trinkst. Die Erreger werden nämlich nur übertragen, wenn das Wasser zerstäubt und vom Menschen eingeatmet wird. Passieren kann das zum Beispiel beim Duschen, im Whirlpool oder in Räumen mit Luftbefeuchter oder Klimaanlage.

Legionellen-Krankheit und Pontiac-Fieber

Wer sich mit dem Erreger infiziert, kann eines von zwei Krankheitsbildern entwickeln: Das erste ist die sogenannte Legionärskrankheit oder Legionellen-Pneumonie. Eine besondere Form der Lungenentzündung, die sich durch Husten, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und hohes Fieber äußert und manchmal auch zu Durchfall oder Verwirrtheitszuständen führt.

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Falsch oder gar nicht behandelt, kann die Legionärskrankheit tödlich verlaufen. Besonders gefährdet sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Senioren und Raucher. Bei anderen Menschen verursachen die Legionellen-Erreger das vergleichsweise ungefährliche Pontiac-Fieber mit grippeähnlichen Symptomen, das nach etwa einer Woche ohne Behandlung ausheilt.

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Wenn du länger nicht Zuhause gewesen bist, solltest du das Wasser erst mal eine Weile laufen lassen. (Bild: Getty Images)

Ab 60 Grad werden die Keime abgetötet

Legionellen vermehren sich am schnellsten zwischen 25 und 45 Grad, ab einer Temperatur von 60 Grad werden sie abgetötet. Deswegen sollten Hausbesitzer, Vermieter, Verwalter und Eigentümergemeinschaften immer darauf achten, dass die Temperatur in der Hauswasseranlage nicht unter die 60-Grad-Grenze fällt. Die Trinkwasseranlagen müssen auch regelmäßig gewartet werden, da sich im Wasserspeicher und im Rohrsystem Ablagerungen und Beläge bilden können, die für die Keime einen idealen Nährboden darstellen.

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So kann jeder selbst vorbeugen

Daneben gibt es ein paar Grundregeln, die auch jeder Mieter beachten sollte, um eine Legionellen-Infektion zu vermeiden: Wer drei Tage oder länger nicht zuhause war und dementsprechend auch die Wasserhähne nicht benutzt hat, sollte das Wasser danach immer erst eine Weile laufen lassen, bevor er beispielsweise duscht. Außerdem solltest du regelmäßig die Perlatoren – also die Aufsätze – an den Wasserhähnen reinigen, am besten ganz einfach mit Essig.