Leiche des ermordeten Kim-Halbbruders wird von Malaysia nach Nordkorea überführt

Der Leichnam des in Malaysia ermordeten Halbbruders von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un wird nach Pjöngjang überführt und neun in Nordkorea festgehaltene Malaysier kehren in ihre Heimat zurück. Das erklärte der malaysische Regierungschef Najib Razak am Donnerstag. Er fügte hinzu, dass auch nordkoreanische Staatsangehörige in Malaysia nach Nordkorea zurückkehren dürften.

Das Flugzeug mit den neun Malaysiern sei bereits von Pjöngjang nach Kuala Lumpur unterwegs. "Die Sicherheit unserer Bürger wird immer meine oberste Priorität sein", hieß es in der Erklärung. Darin wurde Kim Jong Uns Halbbruder Kim Jong Nam nie namentlich erwähnt. Lediglich vom "Verstorbenen" ist die Rede.

Mitte März hatte die malaysische Regierung mitgeteilt, die Identität des Toten sei mit Hilfe der DNA eines der Kinder von Kim Jong Nam geklärt worden. Der 45-jährige Nordkoreaner hatte einen auf den Namen Kim Chol lautenden Reisepass bei sich, als ihn im Februar zwei Frauen am Flughafen von Kuala Lumpur mit dem tödlichen Nervengift VX angriffen.

Der Mord führte zu einem schweren Zerwürfnis zwischen Nordkorea und Malaysia. Beide Staaten wiesen die jeweiligen Botschafter aus und untersagten den Bürgern des jeweils anderen Landes die Ausreise.

Kim Jong Nam war bei der nordkoreanischen Führung vor längerer Zeit in Ungnade gefallen. Südkorea verdächtigt Pjöngjang, seine Ermordung angeordnet zu haben. Das international isolierte kommunistische Land bestreitet das. Nordkorea stellt die Ermittlungen der malaysischen Behörden in Frage und vertritt die Ansicht, Kim sei wahrscheinlich einem Herzinfarkt erlegen.

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