Leichen mutmaßlicher Corona-Opfer am Ganges angeschwemmt

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Behörden vermuten, dass die Angehörigen sich eine Einäscherung nicht leisten konnten. Wasserbestattungen sind in Indien nicht ungewöhnlich, wegen der zweiten Corona-Welle ist die Zahl derzeit aber hoch.

Die Menschen in Indien kommen mit der Einäscherung ihrer an Corona gestorbenen Angehörigen kaum noch hinterher.
Die Menschen in Indien kommen mit der Einäscherung ihrer an Corona gestorbenen Angehörigen kaum noch hinterher.

Neu Delhi (dpa) - Dutzende Leichen sind am indischen Fluss Ganges angeschwemmt worden. Bei den meisten der 35 bis 40 Toten handle es sich wohl um Corona-Tote, deren Angehörige zu arm für eine Einäscherung waren und die Leichen deshalb in den Fluss gelegt hätten, sagte ein örtlicher Behördenmitarbeiter der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. 

Die Leichen hätten wohl vier bis fünf Tage im Wasser getrieben. Einige wenige Leichen pro Tag durch Wasserbestattungen seien nicht ungewöhnlich, sagte der Behördenmitarbeiter. Im Zuge der zweiten Corona-Welle in Indien sei die Zahl jetzt jedoch so hoch.

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Örtliche Medien berichteten, dass lokale Anwohnerinnen und Anwohner in Panik gerieten, sich durch die angespülten Leichen mit dem Coronavirus zu infizieren. «Wir müssen die Toten begraben», sagte etwa ein Dorfbewohner dem Fernsehsender NDTV. 

Auch in sozialen Medien machten Bilder der Situation die Runde. Nutzer diskutierten über die steigenden Corona-Todeszahlen auf dem Land, wo mehr als die Hälfte der indischen Bevölkerung lebt. Dort ist es schwieriger, gute medizinische Behandlung und Testmöglichkeiten zu erlangen. 

Bereits am Wochenende gab es Berichte, wonach mehrere halb verbrannte Leichen im Fluss Yamuna bei der Stadt Hamirpur gesichtet worden seien.

Seit Pandemiebeginn sind im 1,3-Milliarden-Einwohnerland mehr als 22,9 Millionen Corona-Infektionen erfasst worden. In absoluten und bekannten Zahlen ist das Land am zweitmeisten von der Pandemie betroffen.

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