Einer der letzten französischen Widerstandskämpfer gegen die Nazis ist tot

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Daniel Cordier im Juni 2018
Daniel Cordier im Juni 2018

Einer der letzten bekannten französischen Widerstandskämpfer gegen die Nazis ist im Alter von 100 Jahren gestorben. Präsident Emmanuel Macron würdigte Daniel Cordiers Verdienste am Freitag und kündigte eine nationale Trauerfeier an. Ihm und seinen Mitstreitern verdanke Frankreich seine Freiheit und seine Ehre, schrieb Macron im Onlinedienst Twitter. Cordier arbeitete unter anderem als Sekretär des bekannten Résistance-Führers Jean Moulin.

General Charles de Gaulle hatte Cordier nach der Befreiung Frankreichs von den Nazis im Dezember 1945 als einen von gut tausend Widerstandskämpfern wegen seines Muts mit einem Orden ausgezeichnet. Von diesen sogenannten "Compagnons de la Libération" (etwa: Gefährten der Befreiung) ist nun nur noch einer am Leben: Hubert Germain.

Der am 10. August 1920 in Bordeaux geborene Cordier schloss sich Ende Juni 1940 in London dem Widerstand gegen die deutschen Besatzer an. Im Sommer 1941 trat er dem Bureau Central de Renseignements et d'Action (BCRA), dem Auslandsnachrichtendienst des Widerstands, bei. 1942 wurde er per Fallschirm in Frankreich abgesetzt und arbeitete bis zu dessen Festnahme im Juni 1943 für Jean Moulin in Lyon. Von der Gestapo verfolgt, kehrte er schließlich nach Großbritannien zurück, wo er seine Arbeit für das BCRA fortsetzte. Nach dem Krieg wurde Cordier ein bekannter Kunsthändler und Galerist.

noe/ck