"Leugner sind sehr sensible, verängstigte Menschen"

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Serie "Schlafschafe" bei ZDFneo und in der ZDF-Mediathek: Melanie (Lisa Bitter) wird während des Corona-Lockdowns zur Verschwörungstheoretikerin. Ihre kleine Familie droht daran zu zerbrechen. (Bild: ZDF / Raymond Roemke)
Serie "Schlafschafe" bei ZDFneo und in der ZDF-Mediathek: Melanie (Lisa Bitter) wird während des Corona-Lockdowns zur Verschwörungstheoretikerin. Ihre kleine Familie droht daran zu zerbrechen. (Bild: ZDF / Raymond Roemke)

In der ZDFneo-Serie "Schlafschafe" spielt die Ludwigshafener "Tatort"-Kommissarin Lisa Bitter eine junge Mutter, die während der Corona-Pandemie zur Verschwörungstheoretikerin wird. Die 37-jährige Schauspielerin sagt, sie könne sich denken, welche Menschen aus welchem Grund "abdriften".

Bei ZDFneo kann man sich zu nachtschlafender Zeit die Corona-Leugner-Serie "Schlafschafe" anschauen (Mittwoch, 12. Mai, 0.45 Uhr) - oder das durchaus interessante Programm lieber gleich in der ZDF-Mediathek konsumieren. Lisa Bitter, seit sieben Jahren Ermittlerin an der Seite Ulrike Folkerts im Ludwigshafener "Tatort", spielt in der neuen Serie eine Mutter, die während der Corona-Pandemie Verschwörungstheorien verbreitet und somit den Bestand ihrer kleinen Familie gefährdet.

Warum "normale" Menschen im engsten Umfeld plötzlich merkwürdige Erklärungsmuster für den Lauf der Dinge entwickeln, dafür glaubt die Schauspielerin eine Erklärung zu haben: "Ich kann mir vorstellen, dass viele Leugner im Prinzip sehr sensible, verängstigte Menschen sind. Leute, die sich mit ihren Ängsten nirgendwo abgeholt fühlen", erklärt sie im Interview mit der Agentur teleschau. "Wer bei wichtigen Fragen und Bedürfnissen keine Unterstützung erfährt, wer dabei kein Gehör findet, fängt an, an ungewöhnlichen Orten nach Antworten zu suchen. So landen einige schneller bei Verschwörungstheorien, als man sich das vorstellen mag."

"Schlafschafe" mit Lisa Bitter und Daniel Donskoy - eine fix abgedrehte Miniserie, die dem Gebot "quick and dirty" folgt. Lisa Bitter spielt eine Mutter, die aus Sorge um ihren kleinen Sohn plötzlich zur Verschwörungstheoretikerin wird. (Bild: ZDF / Raymond Roemke)
"Schlafschafe" mit Lisa Bitter und Daniel Donskoy - eine fix abgedrehte Miniserie, die dem Gebot "quick and dirty" folgt. Lisa Bitter spielt eine Mutter, die aus Sorge um ihren kleinen Sohn plötzlich zur Verschwörungstheoretikerin wird. (Bild: ZDF / Raymond Roemke)

"Verschwörungstheorien sind demokratiefeindlich"

Lisa Bitter betont, sie sei froh, in ihrem persönlichen Umfeld keine Menschen zu haben, die ähnlich wie ihre Filmfigur ins Lager der Verschwörungstheoretiker gewechselt ist. Zudem hält die "Tatort"-Kommissarin solche Narrative für demokratiefeindlich: "Das ist schon ein Keil, der den Zusammenhalt unserer Gesellschaft belastet. Wer Verschwörungstheorien anhängt, glaubt, dass wir keinerlei Macht besitzen, weil eh schon alles verteilt, bestimmt und kontrolliert wird. Verschwörungstheorien sind demokratiefeindlich, weil sie dem Individuum das Recht auf Mitbestimmung absprechen."

In ihrem jüngsten "Tatort" mit dem Titel "Der böse König" (April 2021) über einen Mörder mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung wurde Johanna Stern (Lisa Bitter) von diesem Mörder zunächst umgarnt - und dann bedroht. Lena Odenthal (Ulrike Folkerts, links) unterstützte die Kollegin in diesem gefährlichen Spiel.  (Bild: SWR / Benoit Linder)
In ihrem jüngsten "Tatort" mit dem Titel "Der böse König" (April 2021) über einen Mörder mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung wurde Johanna Stern (Lisa Bitter) von diesem Mörder zunächst umgarnt - und dann bedroht. Lena Odenthal (Ulrike Folkerts, links) unterstützte die Kollegin in diesem gefährlichen Spiel. (Bild: SWR / Benoit Linder)
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