Von der Leyen hofft auf Corona-Impfstoff von CureVac bis Herbst

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hofft, dass es bis zum Herbst einen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus gibt. Sie stehe in Kontakt mit dem deutschen Pharmaunternehmen CureVac, das an einer "vielversprechenden Technologie" arbeite, sagte von der Leyen am Dienstag in einer Videobotschaft auf Twitter. Am Montag hatte die EU-Kommission dem Tübinger Unternehmen bereits Kredite in Höhe von 80 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Die CureVac-Technologie habe in vorläufigen Studien "eine schnelle Reaktion auf Covid-19" versprochen, erklärte die Kommission am Montag nach einem Gespräch von der Leyens mit dem Management der Firma. Bei einem Nachweis könnten "in den bestehenden CureVac-Produktionsanlagen potenziell Millionen von Impfstoffdosen zu geringen Kosten hergestellt werden".

Sonst übliche langwierige und "bürokratische" Zulassungsverfahren für Medikamente könnten angesichts der "schwerwiegenden Krise" beschleunigt werden, sagte von der Leyen am Abend nach dem Video-Gipfel der Staats- und Regierungschefs. Einen Impfstoff zu haben, sei angesichts der weltweiten Ausbreitung des Virus "von höchster Wichtigkeit".

Das im Jahr 2000 gegründete Unternehmen hatte am Sonntag Medienberichte dementiert, es gebe ein Kaufangebot der US-Regierung, die sich die Produktion eines möglichen Impfstoffes sichern wolle. Derzeit gibt es weltweit keinen zugelassenen Impfstoff gegen das Virus Sars-CoV-2, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslöst.

Der Fakt, dass es Kaufangebote aus anderen Ländern gegeben habe, zeige, dass die Firma "ein Vorreiter" bei der Entwicklung eines Impfstoffes sei, sagte von der Leyen. Das Unternehmen arbeite an bereits genehmigten Mustern für Verfahren. "Es war sehr wichtig für uns, dass es ein europäisches Unternehmen ist. Wir wollen es in Europa halten."

In den USA begannen am Montag erste klinische Tests für einen Impfstoff. Es handelt sich um einen Versuch der Phase eins. Für eine Zulassung wären noch eine Reihe weiterer Versuche nötig. Das könnte Schätzungen zufolge mindestens ein Jahr dauern. Russland kündigte am Dienstag die ersten Tierversuche für die Entwicklung eines Corona-Impfstoffes an.