Libanesen-Exodus nach Zypern

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Die Libanesin Nanor Abachian und ihr Ehemann Chanti Abi Haidar packen ihre KIoffer, um nach Zypern zu ziehen. Die Mittelmeerinsel ist, wie während des libanesischen Bürgerkriegs 1975-1990, zu einem Zufluchtsort für Menschen aus dem benachbarten Libanon geworden. Nanor und Chadi schmerzt es, ihr Zuhause und ihre Eltern zurückzulassen. Aber beide sind sich einig, dass der Umzug nach Zypern die beste Option für die Zukunft ihrer Kinder ist.

In Larnaca wischt sich Nanor ein paar Tränen aus den Augen.

Nanor Abachian, Libanesin in Zypern:

"Mein Schmerz ist enorm; vor allem, weil ich mein Land und meine Eltern verlassen habe, alle sind dort. Hier habe ich niemanden, aber ich musste das tun, weil ich möchte, dass meine Kinder in Selbstachtung und Würde aufwachsen."

NOT UND EXPLOSION

Nicht nur die Instabilität des Libanon lässt die Menschen fortziehen. Das Land ist bankrott und laut UN leben 78% der Einwohner unter der Armutsgrenze. Der Strom fällt Tag für Tag mehr als 20 Stunden aus, Viele Güter des täglichen Bedarfs sind kaum zu kriegen.

Die Not war schon groß, da kam es im August 2020 zur Explosion im Hafen von Beirut. Die libanesische Botschafterin in Zypern sagt, dass dieser Explosion eine weitere Explosion folgte, die der libanesischen Umsiedlungen nach Zypern. Während Migranten auf Booten immer wieder die 160 Kilometer zur libanesischen Küste zurückgebracht werden…

"….hat Zypern eine 'Überholspur' für diejenigen (Libanesen) geschaffen, die (nach Zypern) kommen, um zu investieren ... das heißt, wenn jemand ein Unternehmen gründen möchte, kann er dies innerhalb von zehn bis 15 Tagen tun, anstatt in zwei bis drei Monaten. Zuvor hatten wir (Zypern) um Hilfe gebeten, und sie taten ihr Bestes, um zu helfen", so Claude El Hajal, Botschafterin des Libanon in Zypern.

BOOTSFLÜCHTLINGE UND INVESTOREN

Das Projekt "Pearl of Mckenzie" gilt als Beispiel für eine erfolgreiche libanesische Investition. Der Block wurde in der Nähe der Strandpromenade im Stadtteil Mackenzie im westlichen Teil des Golfs von Larnaca gebaut.

Das Projekt wird von “Plus Properties Cyprus” gemanagt. Der Vorsitzende des Unternehmens, der Libanese Georges Chehwan, sagt, dass er seit 2016 fast 400 Wohnungen an Libanesen verkauft hat, hundert allein in den letzten sechs Monaten. Das Unternehmen wirbt mit dem Zugang zum Daueraufenthaltsrecht für Immobilienkäufer und ihre Familien. Die Republik Zypern ist seit 2004 Mitglied der Europäischen Union und zahlt seit 2008 in Euro.

Georges Chehwan, “Plus Properties Cyprus”:

"Die Investitionen von Libanesen in Immobilien in Zypern werden auf rund zwei Milliarden US-Dollar geschätzt. Sie gründen auch Unternehmen, und es gibt viele libanesische Unternehmen, die ihren Hauptsitz nach Zypern verlegen, um eine zuverlässige Internetverbindung, Strom und eine kontinuierliche Geschäftstätigkeit zu gewährleisten."

Obwohl es keine offiziellen Zahlen gibt, zogen Schätzungen zufolge in den 1980er Jahren, auf dem Höhepunkt des libanesischen Bürgerkriegs, rund 100.000 Familien nach Zypern. Viele kehrten zurück, als der Krieg vorbei war.

Für dieses Schuljahr wurden an der französisch-zypriotischen Schule von Larnaca, deren Lehrplan dem der französischsprachigen Schulen im Libanon ähnelt, fast 250 libanesische Kinder eingeschrieben.

su mit AFP

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