Auch Maschinengewehr bereitet der Bundeswehr Probleme

Bundeswehrsoldat mit Maschinengewehr

Nach den Pannen beim Sturmgewehr G36 bereitet der Bundeswehr jetzt auch das neue Maschinengewehr MG5 Probleme. Die ursprünglich ab Juni geplante Auslieferung der ersten Gewehre sei wegen Unregelmäßigkeiten auf das kommende Jahr verschoben worden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. Er bestätigte damit einen Bericht der "Bild am Sonntag".

Das MG5 wird von Heckler & Koch hergestellt und soll das neue Standard-Maschinengewehr der Bundeswehr werden. Als Kosten wurden rund 200 Millionen Euro veranschlagt. Bereits im Mai hatte es Berichte über Präzisionsmängel beim MG5 gegeben. Der Grünen-Verteidigungsexperte Tobias Lindner sagte der "BamS", die Teilstreitkräfte hätten das Gewehr teilweise nur als bedingt geeignet bewertet. Der Ministeriumssprecher wies dies zurück. Es seien Änderungswünsche angemeldet worden, die auch berücksichtigt würden, sagte er.

Vor einigen Monaten hatte das Sturmgewehr G36 für Schlagzeilen gesorgt. Nach jahrelanger Kritik und diversen, zum Teil widersprüchlichen Gutachten hatte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) Ende März massive Probleme bei der Treffsicherheit des G36 eingeräumt. Weil die Gewehre bei hohen Außentemperaturen oder vielen Schüssen hintereinander überhitzen und nicht mehr treffen, will die Ministerin sie in ihrer bisherigen Version ausmustern.