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Lilafarbener Honig gibt Rätsel auf

Laut dem Deutschen Imkerbund isst jeder Deutsche im Jahr rund ein Kilo Honig. Von Orangen- über Lavendelblüten- bis Akazienhonig ist die Auswahl riesig, doch in den USA gibt es ein besonderes Phänomen: lila Honig. Über den Ursprung der ungewöhnlichen Farbe wird nicht nur in den sozialen Medien, sondern auch in der Wissenschaft diskutiert.

Honig in Gläsern
So sieht Honig meistens aus: Goldgelb. (Bild: Getty Images)

Süß und meist golden schimmernd ist Honig ein echter Genuss für Schleckermäuler. Auf Twitter sorgt gerade eine ganz besondere Sorte aus dem US-Bundesstaat North Carolina für Furore. Zu einem geposteten Foto heißt es dort: „In den Sandhills von North Carolina produzieren die Bienen lila Honig. Es ist der einzige Ort der Welt, an dem es ihn gibt.“

Die Begeisterung unter der Twitter-Usern ist riesig. Einer kommentierte den Tweet folgendermaßen: „Das ist wirklich cool. Mein Großvater war Imker und ich finde das wirklich faszinierend. Ich wünschte, ich könnte etwas von dem lila Honig aus North Carolina kaufen. Ich muss ihn unbedingt probieren.“

„Ich wette, er schmeckt köstlich! Ich liebe den Sauerbaumhonig aus NC“, lautet ein anderer Kommentar.

Eine Theorie: Die Bienen bedienen sich am Sauerbaum

Wie in diesem Tweet angedeutet, ist eine der Theorien zur Entstehung der extravaganten Farbe, dass die Bienen ihren Nektar aus den Blüten des Sauerbaums gewinnen, der zu den Heidekrautgewächsen zählt. Die Bäume gedeihen vor allem auf aluminiumreichen Böden. Bei der Umwandlung von Nektar zu Honig saugen die Bienen den Honig immer wieder ein und geben ihn wieder ab. Dadurch steigt der Säuregehalt und die goldene Farbe verändert sich zu lila. Der Honig bekäme seine Farbe also erst im Inneren des Bienenstocks.

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Die lila Farbe könnte auch von Heidelbeeren oder der Kudzu-Pflanze stammen

Eine weitere Theorie, die ebenfalls von einem Twitter-User vertreten wird: „Offensichtlich liegt das am Kudzu-Blütenstaub.“ Die Kudzu-Pflanze stammt ursprünglich aus Japan, trägt lila Blüten und vermehrt sich seit den 1950er-Jahren in den USA.

Bienenzüchter haben wieder eine andere Erklärung: In Jahren besonderer Trockenheit gibt es für die Bienen weniger Nektar in den Blüten und Blumen. Als Ersatz sollen sie sich an wilden Heidelbeeren laben, deren Geschmack sich im Honig deutlich widerspiegeln soll.

Im Elsass war Honig auch schon einmal grün

Eine kuriose Geschichte rund um farbigen Honig ereignete sich 2012 auch im französischen Elsass. Dort entdeckten die Imker plötzlich Honig in Schokoladenbraun, Blau und Grün. Diese Farbpalette ließ sich letztendlich mit der nahen Produktionsstätte von M&M's erklären. Auf der Suche nach Blütenstaub sammelten die Bienen Farbstoffrückstände aus einer nahen Biogasanlage ein. Der Honig hatte in diesem Fall, im Gegensatz zu dem lila Honig aus North Carolina, aber keinen besonders guten Geschmack.

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